Volleyball

TuS Herten: Bombenstimmung nach granatenstarkem Spiel

Der Präsident strahlte, der Trainer ohnehin - und die Mannschaft machte vor mehr als 50 Zuschauern die „La Ola“: Solch einen Stimmungsumschwung hat es auch in Herten lange nicht gegeben.
Vorbildlicher Einsatz: Stefanie Herkelmann wirft sich in den Ball, Wiebke Putzmann und Silke Althaus schauen gespannt zu. © Olaf Krimpmann

Und das lag ausdrücklich nicht am Bombenfund am Donnerstagabend in unmittelbarer Nähe der Knappenhalle. Während sich die Volleyballerinnen des TuS Herten und des Drittligisten Blau-Weiß Aasee auf ihr Testspiel einstimmten, sperrte nur einige hundert Meter weiter die Polizei einen Acker ab. Ein Bauer hatte beim Pflügen einen verdächtigen Gegenstand ans Tageslicht gebracht. Der Kampfmittelräumdienst gab am Abend Entwarnung: Es handelte sich „nur“ um eine Granate aus dem 2. Weltkrieg, die auch nicht mehr zündfähig war.

Zuschauer singen „Super Herten olé“

Zeitgleich herrschte Bombenstimmung in der Knappenhalle, und das nicht nur wegen der Kulisse, die für ein schnödes Testspiel außergewöhnlich war. „Mensch, endlich wieder Leute in der Halle“, freute sich der Vorsitzende Peter Hempel. Und die mehr als 50 Zuschauer machten auch noch ordentlich Rabatz. Als die Fans im vierten Satz den berühmten Schlachtruf „Super Herten olé“ anstimmten, fühlten sich viele an Meisterschaftsspiele erinnert, die ein, vielleicht sogar zwei Jahre zurückliegen.

Natürlich hatte all‘ das Gründe, und eine wesentliche Ursache war das granatenstarke Spiel, das der TuS zeitweilig zeigte. Gut, Satz eins war einer zum Vergessen (13:25), in Durchgang zwei ging aber die Post ab. Mit zwei starken Aktionen sorgte Außenangreiferin Wiebke Putzmann für die erste Führung im Spiel (16:15), der Satz ging mit 26:24 an den Regionalligisten.

Vorbildlicher Einsatz: Stefanie Herkelmann wirft sich in den Ball, Wiebke Putzmann und Silke Althaus schauen gespannt zu. © Olaf Krimpmann © Olaf Krimpmann

Aasee, im „Hinspiel“ in eigener Halle noch klarer 4:0-Sieger, holte Satz drei mit 19:25, hatte aber mehr Mühe als gedacht. Durchgang vier war dann einer, der nichts ausließ. Starke Aufschläge, Blocks, spektakuläre Rettungsaktionen, Auszeiten auf beiden Seiten, um den Spielfluss des Gegners auszubremsen – fast war es, als ginge es in diesem Testspiel um die Meisterschaft.

Am Ende jubelte Herten und erzielte mit einem 25:20 den Satzausgleich. Vier Sätze waren im Vorfeld vereinbart, das ist im Volleyball nicht unüblich. Die Uhr zeigte bereits 22 Uhr, als sich die Trainer Marvin Hansmann und Kai Annacker in die Augen sahen und befanden: So können wir nicht aufhören! Also gab‘s als Zugabe auch noch den fünften Satz obendrauf. Den gewann Aasee mit 15:10, aber im Hertener Lager konnte das die gute Laune nicht trüben.

Testspiel in Wachtberg und Dreier-Turnier in Knappenhalle

„Das war wahnsinnig wichtig heute“, strahlte Hertens Trainer Marvin Hansmann. „Das Ergebnis ist dabei zweitrangig, aber diese Leistung geht ganz klar in die richtige Richtung.“ Was natürlich Gründe hatte: Bislang verliefen die Hertener Testspiele eher suboptimal, sogar gegen einen Oberligisten hatte es eine Niederlage gesetzt. Jetzt hofft der Trainer, dass sein Team den Bock umgestoßen hat: „Ich hoffe, dass wir aus diesem Spiel Selbstbewusstsein in die nächsten Aufgaben mitnehmen werden.“

Am 25. September geht‘s zum Testspiel nach Wachtberg, am 3. Oktober steht dann ein Dreier-Turnier in der Knappenhalle an. Gegner: VC Eintracht Geldern und Düsseldorfer SC. Trainer und Team hoffen dann wieder auf eine Bombenstimmung. Nur in den Feldern vor der Knappenhalle muss nicht unbedingt wieder eine Granate entschärft werden.

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