Handball

Von wegen locker austrudeln: Brannekämper will’s auch mit 38 wissen

Seit der A-Jugend war Thomas Brannekämper eine der prägenden Spieler bei der PSV Recklinghausen. Mit 38 Jahren trifft der Rückraumspieler nun erstmals auf seinen Stammverein.
Auch mit 38 Jahren noch als Leistungsträger eingeplant: Thomas Brannekämper, der mit SuS Oberaden auf seinen Stammverein PSV Recklinghausen trifft. (Archivbild) © Olaf Krimpmann

Nach seinem Rückzug von der PSV, wo die vielen Spielzeiten in der Verbands- und Landesliga auch körperlich Spuren hinterlassen hatten, und nach seinem Wegzug nach Lünen war der Plan eigentlich ein anderer: Locker austrudeln lassen, vielleicht mal irgendwo in der Bezirks- oder Kreisliga hobbymäßig ein paar Bälle werfen. So hatte sich Thomas Brannekämper den Weg in den handballerischen Ruhestand vorgestellt. Bei SuS Oberaden spielt der Zwei-Meter-Mann plötzlich wieder eine tragende Rolle in der Verbandsliga.

Ob im Deckungszentrum oder im Rückraum: Die „Cobras“ setzen in dieser Saison unter anderem auf Thomas Brannekämper. „Geplant war das nicht, aber der Verein hat mich gefragt und irgendwie macht es immer noch Spaß.“ Gleichwohl: Als Routinier und Familienvater genießt Thomas Brannekämper in Oberaden einige Freiheiten. „Wenn ich sage: Heute ist Familie angesagt, dann wird das akzeptiert“, berichtet „Branne“. In zehn Minuten ist er an der Halle – mit dem Fahrrad, was natürlich auch ein wesentlicher Grund war, um nach Oberaden zu wechseln.

Die „Alten“ bei der PSV kennt er noch gut

Seinen Einstand in Oberaden feierte er zwar vor gut einem Jahr in der Saison 2020/2021, doch nach nur einer Partie wurde die Spielzeit abgebrochen und ging in eine fast elfmonatige Pause. Die neue begann ähnlich: ASV Senden, Auftaktgegner am letzten Wochenende, meldete Coronafälle im Team, der Start in die Liga wurde bei Oberaden verschoben auf diesen Samstag. Und da geht es ausgerechnet gegen die PSV, deren prägendes Gesicht Thomas Brannekämper über viele Jahre war.

Roland Lange, Markus Kleine, Lars Kroellken – die Altvorderen bei den „Polizisten“ kennt Brannekämper noch gut, ansonsten hat sich das Gesicht der Recklinghäuser Mannschaft in den letzten zwei, drei Jahren stark verändert. Ähnlich wie PSV-Trainer Nadim Karsifi, dessen Team zum Auftakt HC Westfalia Herne unterlag, denkt auch Thomas Brannekämper: „Es wird viele Absteiger geben, das wird eine harte Saison. Da wollen wir so schnell wie möglich wegkommen von den gefährdeten Plätzen.“

Nur die Rückennummer zwei war bereits vergeben

Dass es so früh in der Saison ein Wiedersehen gibt mit dem Verein, dem er sein halbes Leben verbunden war, findet er bemerkenswert: „Dass das jetzt so schnell kommt, ist schon komisch. Dabei hat sich gar nicht mal so viel verändert. Sogar das grüne Trikot ist geblieben.“ Nur von seiner angestammten Rückennummer 2 musste er Abstand nehmen, die war in Oberaden bereits vergeben.

Thommy Brannekämper ist Pragmatiker, hing einfach eine weitere 2 dran. Bleibt für die PSV zu hoffen, dass ihr alter Spezi mit der Nummer 22 jetzt nicht auch doppelt gefährlich für sie ist…

Westerholt vor 130-Kilometer-Fahrt ins Ostwestfälische

Für die PSV Recklinghausen ist das Gastspiel bei SuS Oberaden an diesem Samstag, 18. September (19.45 Uhr, Römerberg-Sporthalle), fast ein Derby – Aufsteiger SV Westerholt tritt die rund 130 Kilometer lange Reise zur TG Hörste an. Die Mannschaft aus dem ostwestfälischen Halle war mit einem 29:27-Erfolg bei TuSE Brockhagen in die Liga gestartet. Anwurf in der Sporthalle Masch (Wasserwerksraße 1, 33790 Halle) ist am Samstag um 17.45 Uhr. Der SVW setzt einen Bus ein.

Lesen Sie jetzt