Rudern

Drama in Tokio – Franziska Kampmann verpasst eine Medaille

Es sah lange gut aus für Franziska Kampmann im olympischen Finale im Doppelvierer. Doch rund 200 Meter vor Schluss passierte das Drama - und am Ende wurde das deutsche Team nur Fünfter.
Enttäuschung pur: Franziska Kampmann (2.v.l.) und ihre Teamkameradinnen mussten sich im olympischen Finale mit Rang fünf begnügen. © Olaf Nehls

Punkt 3.57 Uhr Mitteleuropäischer Zeit hätte Franziska Kampmann einen ihrer größten Erfolge ihrer Ruder-Karriere feiern können. Alles sah nach einer olympischen Medaille aus. Doch dann passierte geradezu Unerklärliches – und am Ende musste sich die 24-jährige Waltroperin zusammen mit ihren Teamkameradinnen Daniela Schultze (30, Potsdam), Carlotta Nwajide (26, Hannover) und Frieda Hämmerling (24, Kiel) mit Platz fünf zufrieden geben.

Sea Forest Waterway, Tokio: Die Wetterverhältnisse sind im Vergleich zum Vortag besser, aber es weht dauerhaft ein kräftiger Wind. Mit einem Tag Verspätung kann das Finale im Doppelvierer aber endlich gestartet werden. Lange Zeit sieht es gut aus für Franziska Kampmann. Nur am Ende nicht mehr!

Sechs Teams sind am Start. Neben den Deutschen um ihren Bundestrainer Marcin Witkowski unter anderem die hochgehandelten Chinesinnen und die Niederländerinnen, von denen man im Vorfeld nicht so richtig wusste, wie man sie einzuschätzen hat.

Zahlreiche Freunde und Bekannte aus dem Ruderverein Waltrop machen die Nacht zum Tag und hoffen mit Franziska Kampmann auf eine Medaille. Das Daumendrücken hilft leider nicht.

China ist eine Klasse für sich

Das Olympia-Finale im Stenogramm:

Auf den ersten 500 Metern präsentieren sich die Deutschen in guter Verfassung, aber schon zu diesem Zeitpunkt wird klar, dass die Chinesinnen Yunxia Chen, Ling Chen, Yang Lyn und Xiaotang Cui eine Klasse für sich sind. Mit 0,7 Sekunden Rückstand landen die Deutschen zu diesem Zeitpunkt auf Rang zwei hinter den Chinesinnen.

Im zweiten Abschnitt (500 bis 1000 Meter) läuft es ebenfalls noch ordentlich für die deutschen Frauen, sie sind mit zwei Sekunden Rückstand hinter China immer noch auf Rang zwei.

Dann der dritte Teil (1000 bis 1500 Meter): Immer noch sieht alles nach einer Silbermedaille aus, doch der Rückstand auf China beträgt schon rund vier Sekunden. Gold ist keine Option mehr. Polen rückt auf Rang drei vor, hat aber noch deutlich Rückstand auf das deutsche Boot.

Es folgt das Drama im Schlussabschnitt: Urplötzlich gerät das deutsche Team ins Straucheln, kommt völlig aus dem Rhythmus und kann nichts mehr ausrichten in Sachen Medaillenvergabe. Aller Kampf auf den letzten Metern nutzt nichts mehr. Platz fünf. Die Enttäuschung ist riesengroß. Gold geht an China, Silber an Polen, Bronze an Australien.

20 Minuten später gibt es dagegen bessere Nachrichten aus dem Lager des Deutschen Ruderverbandes. Der Dorstener Jason Osborne, der für den Mainzer Ruderverein an den Start geht, gewinnt mit Jonathan Rommelmann (Crefelder Ruder-Club) im Leichten Doppelzweier das Halbfinale souverän in 6:07,00 Minuten. Das Finale wird am Donnerstag um 2.50 Uhr ausgetragen.

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