Coronavirus

Krankenhäuser: 18.000 Pflegekräfte mehr als vor der Pandemie

Die Zahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern in ganz Deutschland ist wegen der Corona-Pandemie stark gestiegen. Kliniken erwarten, dass sich der Trend weiter fortsetzt.
„Wir haben jeden eingesetzt, den wir bekommen konnten“, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die Zahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie aus einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt, waren im Oktober 2020 rund 18.500 Kräfte in den Kliniken mehr beschäftigt, als im gleichen Monat des Vorjahres.

„Darunter sind Neueinsteiger und Rückkehrer sowie Pflegekräfte aus dem Ausland. Wir haben jeden eingesetzt, den wir bekommen konnten“, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. Absolut stieg die Zahl von 692.171 im Oktober 2019 auf 710.663 im Oktober 2020.

Gaß verwies darauf, dass der Anstieg noch größer ausfällt, wenn man auch den September 2019 einrechnet. Die Daten der Bundesagentur für Arbeit belegten, „dass die Zahl der Pflegekräfte in Krankenhäusern von September 2019 bis Oktober 2020 um 28.000 gestiegen“ sei. Im September 2019 lag die Zahl der Pflegekräfte in den Kliniken noch bei nur 681.994.

Der Trend wird sich fortsetzen

Nach Einschätzung der Krankenhausgesellschaft wird sich der Trend der steigenden Zahl an Pflegekräften fortsetzen. „Aus dem Ausland erwarte ich in den kommenden Monaten einen weiteren Schub an Pflegekräften“, sagte Gaß. Wegen der Pandemie hätten viele Pflegekräfte, die gerne in Deutschland arbeiten möchten, nicht einreisen können. „Da wird es noch einen Nachholeffekt geben.“

Als zentrales Problem der Pflege gilt der Personalmangel. Bei Umfragen rangiert als Antwort auf die Frage, was sich das Pflegepersonal am meisten wünscht, noch vor besserer Bezahlung der Wunsch nach mehr Kolleginnen und Kollegen, um den Stress im Alltag zu senken.

Im Zuge der Pandemie geriet das Pflegepersonal in den Fokus. Es bekam öffentlich Applaus und wurde von der Bundesregierung mit einer Prämie belohnt.

„Der Arbeitsplatz Krankenhaus hat an Reputation gewonnen“

Befürchtungen, wonach sich viele Pflegekräfte nach der Pandemie erschöpft aus ihren Jobs zurückziehen könnten, teilt Gaß nicht.

„Trotz der hohen Belastung der Pflegekräfte in der Pandemie ist aus den Zahlen eine Flucht aus dem Beruf nicht zu erkennen“, sagte Gaß. „Im Gegenteil: Der Arbeitsplatz Krankenhaus hat an Reputation gewonnen. Wir müssen jetzt konsequent an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen weitermachen, damit dies bei den Beschäftigten ankommt.“

Der Hauptgeschäftsführer der Krankenhausgesellschaft wies auch Meldungen zurück, wonach die Zahl der Pflegekräfte im Pandemiejahr gesunken sei. Er erklärte entsprechende Zahlen vielmehr mit Schwankungen unter dem Jahr. „Wir unterliegen in jedem Jahr einer Wellenbewegung mit hohen Einstellungszahlen im Herbst und einer gewissen Konsolidierung im Sommer.“

RND

Der Artikel "Krankenhäuser: 18.000 Pflegekräfte mehr als vor der Pandemie" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland
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