Entlastungspaket

Tankrabatt beschlossen: Warum Autofahrer nicht am 1. Juni tanken sollten

Tanken ist in den vergangenen Monaten richtig teuer geworden. Mit einem Entlastungspaket sollen Autofahrer ab Juni entlastet werden. Fünf Fragen und Antworten zum Tankrabatt.
Ein Autofahrer steckt an einer Tankstelle einen Diesel-Zapfhahn in die Tanköffnung seines Fahrzeugs. © picture alliance/dpa

Ab dem 1. Juni geht das Entlastungspaket der Bundesregierung an den Start. Auch Autofahrerinnen und Autofahrer sollen profitieren – durch deutlich günstigere Preise beim Tanken. Die Verteuerung von Rohöl im Zuge des Kriegs in der Ukraine hat die Preise für Benzin und Diesel in den vergangenen Monaten auf ein Rekordhoch getrieben. Doch lohnt sich der Tankrabatt? Und wie lange sollte die nächste Tankfüllung noch hinausgezögert werden? Ein Überblick.

Wie viel günstiger wird der Sprit?

Seit dem Kriegsbeginn im Februar sind die Preise für Benzin und Diesel stetig gestiegen. Währen der Liter Super E10 Anfang Januar noch rund 1,65 Euro gekostet hat, erreichte der Literpreis am 15. März mit 2,29 Euro seinen bisherigen Höhepunkt, wie der ADAC in einem Preisvergleich veranschaulicht. Damit verteuerte sich Super E10 um rund 45 Cent je Liter, Diesel wurde sogar rund 65 Cent teurer.

Zuletzt sind die Preise wieder leicht gesunken, so der ADAC. Laut einer aktuellen Auswertung kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel aktuell 2,036 Euro, den Liter Diesel gibt es im Schnitt für 2,049 (Stand: 13. Mai). Der ADAC rechnet damit, dass Benzin ab dem Beginn des Entlastungspakets am 1. Juni rund 30 Cent günstiger werden könnte. Bei Diesel wird eine Ersparnis von etwa 14 Cent erwartet.

Auto tanken: noch bis zum 1. Juni warten?

Nach Ansicht des ADAC sind die Kraftstoffpreise damit deutlich überhöht. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer wollen daher noch bis zum Start des Entlastungspaketes warten, bis sie ihre Autos wieder volltanken. Obwohl der Preisunterschied lohnenswert sein mag, empfiehlt der ADAC, bis dahin aber nicht auf Pump unterwegs zu sein. Wer absehen kann, dass die Tankfüllung bis Ende des Monats knapp werden könnte, sollte lieber vorher noch einmal ein wenig nachtanken. Sonst müssen Autofahrerinnen und Autofahrer damit rechnen, gar keinen Sprit mehr im Tank zu haben, falls es zu Engpässen kommt.

Steht ab Juni genügend Kraftstoff zur Verfügung?

Der ADAC warnt insbesondere Anfang Juni vor einem starken Ansturm auf Tankstellen. Es könne zu längeren Wartezeiten und Schlangen an den Tankstellen kommen. Im Interview mit der Wirtschaftswoche äußerte sich der Vorsitzende des Bundesverbands Freier Tankstellen (bft), Duraid El Obeid, besorgt über den erwarteten Ansturm auf Tankstellen ab dem 1. Juni. Wegen der hohen Nachfrage bräuchten die Tankstellen noch mehr Kraftstoff. Dadurch könne es möglicherweise auch zu Engpässen kommen. „Der 1. Juni könnte richtig dramatisch werden“, betont der bft-Vorsitzende.

Wie kann ich sonst beim Tanken sparen?

Trotz hoher Spritpreise ist es möglich, beim Tanken ein wenig zu sparen. Der ADAC empfiehlt zum einen, Preise an den verschiedenen Tankstellen mittels einer App zu vergleichen. Auch kann es empfehlenswert sein, den Tagesverlauf im Blick zu behalten. So kosten die Kraftstoffe abends in der Regel weniger als morgens.

Pendlerinnen und Pendler können zudem auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen. Das Entlastungspaket der Bundesregierung beinhaltet ebenfalls das sogenannte 9-Euro-Monatsticket, mit welchem man ab Juni bundesweit für 9 Euro monatlich den ÖPNV nutzen kann.

Wird der Sprit langfristig günstiger?

Bei dem Entlastungspaket der Bundesregierung handelt es sich um eine befristete Preissenkung. Das bedeutet, dass für die kommenden drei Monate, also bis Ende August, Entlastungen vorgesehen sind und die Steuern auf Benzin und Diesel auf das europäisch zulässige Mindestmaß abgesenkt werden. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht geklärt. Es wird aber über längerfristige Änderungen diskutiert.

RND

Der Artikel "Tankrabatt beschlossen: Warum Autofahrer nicht am 1. Juni tanken sollten" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland

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