Leveringhausen

Auch in diesem Jahr gibt es nur den Fest-Gottesdienst am Laurentiustag

Seit Jahrzehnten freuen sich die Menschen in und aus der Waltroper Bauerschaft Leveringhausen auf den 10. August - doch coronabedingt fällt auch 2021 das beliebte Gemeindefest aus
Die mindestens 900 Jahre alte Laurentius-Kapelle in der Waltroper Bauerschaft Leveringhausen. © Meike Holz

Am 10. August ist der Namenstag des Heiligen Laurentius – für die Menschen in und aus der Bauerschaft Leveringhausen seit jeher ein besonderer Tag. Etliche reisen extra zu dem Anlass an. Doch auch in diesem Jahr gibt es coronabedingt Einschränkungen, wie uns Diakon Dieter Krumminga jetzt mitteilt.

Der Festgottesdienst findet wie in jedem Jahr um 10 Uhr vor der Laurentiuskapelle an der Schultenstraße statt. Der leitende Pfarrer von St. Peter, Dr. Carsten Roeger, und Diakon Krumminga werden die Eucharistiefeier zelebrieren. „So wollen wir zum Ausdruck bringen, wie wichtig uns das Gedächtnis an den Hl. Laurentius und die kleine Kapelle ist“, sagt Kumminga. Und fügt hinzu: „Schweren Herzens haben wir uns entschieden, auch in diesem Jahr kein anschließendes Fest zu feiern.“

Wollen nicht zum Hotspot werden

Dies fand immer auf dem benachbarten Hof Neugebauer statt. Hintergrund sind die wieder steigenden Coronazahlen zum Ende der Sommerferien: „Begegnung ist wichtig, aber möchten nicht zu einem Corona-Hotspot werden“, betont der federführende Diakon von Sankt Ludgerus.

Dennoch lädt er herzlich zum Open-Air-Gottesdienst ein. Im Anschluss besteht die Möglichkeit eine Kerze in der mindestens 900 Jahre alten Kapelle anzuzünden.

Der Hl. Laurentius war übrigens ein römischer Diakon der im Jahr 258 als Märtyrer auf einem glühenden Eisenrost hingerichtete wurde.

Stichwort

Der Hl. Laurentius

Der Überlieferung zufolge war Laurentius als Archidiakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius diesen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Blinden, Leprösen, Witwen und Waisen und präsentierte sie als „den wahren Schatz der Kirche“ dem Kaiser. Der Hauptmann, vor dem Laurentius erschienen war, ließ ihn deswegen mehrfach foltern und dann auf einem glühenden Eisenrost hinrichten. Aus diesem Grund wird der Märtyrer mit dem Rost als Attribut dargestellt.

Einigen Überlieferungen zufolge soll er beim Erleiden des Martyriums fröhlich gescherzt haben. Seine letzten Worte soll er an den Kaiser gerichtet haben: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Laurentius ist der Schutzpatron vieler Berufsgruppen, die mit offenem Feuer zu tun haben, der Bäcker, der Bierbrauer, Textilreiniger und Köche.

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