Schlangenfund von 2019

Boa constrictor starb an Organversagen

Ein Schlangenfund in Datteln sorgte 2019 für Aufsehen. Wir wollten wissen: Was ist aus dem Tier geworden?
Um diese Schlange ging es 2019 in Datteln. © Archiv

Auch wenn der „Welttag der Schlange“ nun schon einige Tage zurückliegt, gibt es weiter Neues aus der Ostvest-Schlangen-Welt – diesmal aber leider nichts Erfreuliches. Zur Erinnerung: Auf unsere Berichterstattung zum „Tag der Schlange“ hatte sich ein Waltroper Biologe gemeldet, der von erfreulichen Vorkommen im Bereich der Sand-Abgrabungen in Haltern berichtet hatte. Ulrich Kamp vom NABU hatte zuvor berichtet, er habe bei uns noch keine frei lebenden Schlangen beobachtet.

Feuerwehr rückte mit Fangnetzen aus

In dem Zusammenhang stellte sich auch die Frage: Was wurde eigentlich aus der 1,80 Meter langen Boa constrictor, die Spaziergänger im Oktober 2019 in der Nähe der Unterführung der Neuen und Alten Fahrt in Datteln gesichtet hatten? Die Feuerwehr war damals mit Fangnetzen ausgerückt und konnte das Jungtier, das ausgewachsen bis zu vier Meter groß werden kann, einfangen, wie diese Zeitung damals berichtete. In Absprache mit dem Kreisveterinäramt habe die Schlange im Zoo Gelsenkirchen, der „Zoom Erlebniswelt“, ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Dann aber verliert sich die Spur. Wie ging es weiter?

„Die Schlange wurde einige Wochen bei uns gepflegt. Leider hatte sie bereits bei ihrer Ankunft eine Sepsis. Trotz intensiver Behandlung hat sie sich davon nicht mehr erholt“, heißt es in der Antwort des Zoos auf unsere Anfrage. Eine Sepsis ist ein lebensbedrohliches Multiorganversagen. Dadurch verendete das Tier schließlich.

„Sind keine Auffangstation“

In akuten Fällen wie dem Schlangenfund hilft der Zoo schon einmal der Feuerwehr in der Region. „Zoom Erlebniswelt“-Sprecherin Nataly Naeschke sagt aber grundsätzlich deutlich: „Wir sind keine Tier-Auffangstation.“ Das könne man als Zoo nicht leisten, erst recht nicht für Privatpersonen. Die Vorstellung, dass ein Fundtier im Zoo abgegeben und aufgenommen wird und fortan unter den Tieren lebt, die den Besuchern präsentiert werden – das sei fern der Realität. „Es gibt Zuchtprogramme, die Zoos tauschen Tiere untereinander aus“, erklärt die Sprecherin. Das sei alles von langer Hand geplant. Hinzu komme, dass Tiere, die doch ausnahmsweise kurzzeitig im Zoo gepflegt werden, häufig schon in einem sehr schlechten Zustand seien. Sie erinnert sich an eine von einer anderen Feuerwehr eingelieferte Kobra, die schon „völlig verfettet“ gewesen sei.

Die „Zoom Erlebniswelt“ hat übrigens drei Schlangen, die zu zwei Arten gehören: zwei Exemplare des Baumpythons im Asien-Bereich und ein Exemplar des Königspythons im Afrika-Bereich.

Das ist die Boa constrictor

Die Boa constrictor (Abgottschlange) ist von Kolumbien bis ins südliche Südamerika verbreitet. Sie zeichnet sich durch die große Vielfalt des Erscheinungsbildes ihrer Unterarten aus. Die größte jemals nachweislich vermessene Abgottschlange hatte eine Länge von 3,60 Metern und lebte im Guyana Zoological Park von Georgetown in Guyana. Die längste sicher dokumentierte Haut misst ohne Kopf 445 cm und befindet sich in der Zoologischen Staatssammlung München. Die Männchen bleiben im Mittel 30 bis 40 cm kleiner als die Weibchen.

Der Abend in Waltrop

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt