Oberwiese

Brücken-Durchfahrtshöhe wird abgesenkt

Die Durchfahrtshöhe der Oberwieser Brücke wird abgesenkt. Anwohner ärgern sich, die zuständige Behörde weist eindringlich auf die Gefahr eines Einsturzes hin, wenn nicht gehandelt wird.
Die Durchfahrts-Höhe wird nicht mehr nur durch Schilder vorgeschrieben, sondern jetzt auch physisch beschränkt. © Christine Horn

Alle Appelle haben offensichtlich nichts genutzt: Am Donnerstag und Freitag (24. und 25.6.) sind Arbeiter vor Ort, um die Durchfahrtshöhe der Oberwieser Brücke auf 2,50 Meter zu beschränken. Die Brücke kann während der Arbeiten nicht genutzt werden. Stadt-Sprecherin Andrea Middendorf gibt sich offiziell zurückhaltend, aber klar ist: Auch im Rathaus ist man nicht begeistert, dass das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hier Fakten schafft. „Es war eigentlich zugesagt worden, dass wir noch einmal reden“, sagt die Sprecherin. „Das ist nicht geschehen.“

Zwar war die Nachricht, dass wegen des Zustands der Brücke eine Höhenbeschränkung eingeführt werden soll, auf der Homepage der Stadt Waltrop zu lesen. Die Betroffenen – Anlieger, Landwirte, Jagdpächter – beteuern jedoch, mit ihnen habe niemand persönlich gesprochen. Die Nachteile liegen auf der Hand. Etwa für die Bauern, die dann nicht mehr oder nur noch mit großen Umwegen zu ihren in Sichtweite gelegenen Felder kommen.

Bisher war es faktisch noch möglich, mit höheren Fahrzeugen (bis 3,40 Meter) über die Brücke zu fahren, auch wenn eine Beschilderung schon auf die Begrenzung auf 2,50 Meter hinwies. Jetzt wird die Höhe physisch durch ein Portal abgesenkt, höhere Fahrzeuge kommen also gar nicht mehr über das Bauwerk. Wahrscheinlich im Laufe des Freitags können immerhin Fahrzeuge mit entsprechend niedriger Höhe die Brücke wieder nutzen.

WSA warnte vor Sonderregelung für Landwirte

Nach Auskunft von Stadt-Sprecherin Andrea Middendorf hätte, wenn die tatsächliche Höhe beibehalten worden wäre, die Stadt zwar etwa den landwirtschaftlichen Verkehr per Beschilderung von der Höhenbegrenzung befreien können. Davor aber habe das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt dringend gewarnt. Die Brücke sei so marode, dass sie bei zu starker Beanspruchung ohne Vorwarnung einstürzen könne – und dafür will natürlich auch bei der Stadt niemand die Verantwortung übernehmen. Wenn man nicht wenigstens die Durchfahrtshöhe beschränke, so zitiert die Stadt-Sprecherin die Wasserstraßen-Behörde, müsse man die Brücke aus Sicherheitsgründen bald ganz sperren. Das WSA hätte sogar gerne schon eher gehandelt, aber die Stadt hatte gebeten, wenigstens zu warten, bis die Brücke am Hebewerk wieder geöffnet ist.

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