Fußgängerzone

„Carlos“ könnte nach Waltrop kommen

Man hört es immer wieder: Gastronomie soll die Innenstadt stärken. Nun scheint das Thema greifbarer zu werden. An der Hagelstraße tut sich was.
An der Hagelstraße tut sich was. Es gibt Hoffnung auf eine neue, hochwertige Gastronomie. © Martin Pyplatz

Die Hoffnung für die ersehnte Belebung der Innenstadt, sie liegt vor allem auf der Gastronomie. Das hatte Wirtschaftsförderer Thomas Paschek schon vor einer Weile im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt und sich hoffnungsfroh gezeigt, dass sich da etwas entwickelt. Richtig konkret wurde er noch nicht, aber nun kann man besichtigen, dass sich in den Räumlichkeiten auf der Hagelstraße, die ehemals „Capribar“, „Pam Pam“ und „Journal“ beherbergten, etwas tut.

Verhandlungen in den letzten Zügen

Carlos Couto bestätigt, dass die Verhandlungen mit einem Franchise-Nehmer für ein „Carlos“-Restaurant in Waltrop in den letzten Zügen liegen. Noch ist – darauf legt er Wert – nichts in trockenen Tüchern, aber dem Vernehmen nach sieht es gut aus, dass man sich einig wird. Es handelt sich dabei um eine beliebte portugiesische Gastronomie, die es schon länger in mehreren Nachbarstädten gibt. Vor nunmehr 22 Jahren ging das Unternehmen an den Start. Inzwischen werden neue Filialen im Franchise-Prinzip geführt. Das bedeutet: Der Betreiber vor Ort arbeitet wirtschaftlich eigenständig, aber nach einem Konzept, das der sogenannte Franchise-Geber vorgibt.

Mitte November wird angepeilt

Der Gebäudeteil, in dem bis von Kurzem das Immobilienbüro Klages seine Räumlichkeiten hatte, wird Teil der neuen Gastronomie werden; die Fläche wurde entsprechend erweitert, sie soll nun bei rund 200 Quadratmetern liegen. Wenn die Gespräche erfolgreich sind, könnte mit viel Glück Mitte November Eröffnung sein – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Allerdings gibt es im Moment lange Wartezeiten für Restaurant-Ausstattung, etwa Küchentechnik. Das macht die Sache unwägbar.

Den Umzug von dm sieht Ruschmeyer zwiegespalten

Mirko Ruschmeyer, Chef des Stadtmarketings, würde es jedenfalls sehr begrüßen, wenn dort hochwertige Gastronomie einzöge. Denn auf den ersten Blick sind die Nachrichten aus der Fußgängerzone ansonsten wenig erfreulich. Dass die dm-Filiale von dort weg und zum Marktplatz gezogen ist, sieht Ruschmeyer ambivalent. Erst einmal sei das natürlich ein Rückschlag für die Fußgängerzone, es werde sich zeigen, ob am Ende dort neue langfristige Leerstände zurückblieben. Andererseits sehe mancher vielleicht jetzt weniger Anlass, zum Einkaufen zum Beispiel nach Brambauer zu fahren, wo in unmittelbarer Nähe zueinander ein Rewe-Markt mit Bäcker und Getränkemarkt, eine dm-Filiale und ein Aldi-Markt auf Kundschaft warten – und das bei kostenlosen Parkmöglichkeiten. Auch die Heimtier-Bedarfs-Kette „Fressnapf“ ist dort nicht weit.

Bessere Karten im Wettbewerb mit Brambauer

Jetzt habe man auch in Waltrop immerhin einen Vollsortimenter (Edeka), zwei Drogerien (Rossmann und dm), eine „Ernsting’s family“-Filiale und Kodi rund um den Marktplatz, so dass der Vorteil Brambauers kleiner geworden ist. Dazu, mahnt Ruschmeyer, müssten aber auch die Gegebenheiten in Sachen Parken und Verkehrsfluss passen.

Die Kunst bleibt dann aber immer noch, diejenigen, die diese Einkaufsmöglichkeiten nutzen, auch in die Innenstadt zu lotsen. Bisher, so scheint es, profitiert die Fußgängerzone nicht – wie man es sich einst gedacht hatte – von der Ansiedlung des Edeka-Marktes. Und genau da kommt nach Ruschmeyers Meinung der Gastronomie eine Schlüsselrolle zu. Wer zum Essen in einem neuen Trend-Restaurant in Waltrops „gute Stube“ kommt und etwa noch auf einen freien Tisch warten muss, der schaut sich vielleicht derweil mal die Läden im direkten Umfeld an. Neue Läden würden aber nur dann in Waltrop eröffnen, wenn sie schon einen gewissen „Lauf“, also eine gewisse Frequenz an Innenstadt-Besuchern, vorfänden. Und da hofft man eben auf die Gastronomie als Treiber. Sie bringt die Leute erst in die Innenstadt, die dann – so die Hoffnung – dort verweilen und einkaufen.

Tempo machen bis zur Gartenschau

Ruschmeyer sagt grundsätzlich, das Thema Innenstadt-Umgestaltung müsse dringend mehr Tempo aufnehmen. „2027 ist die Internationale Gartenausstellung, deren Teil auch Waltrop ist. Wenn auch die Innenstadt davon profitieren soll und wir verhindern wollen, dass die Gäste nur die Schau besuchen und dann wieder weg sind, muss der Innenstadt-Umbau bis dahin nicht nur planerisch stehen, sondern tatsächlich umgesetzt sein.“

Minigolf-Aktion soll es wieder geben

Die Aktion des Stadtmarketings, bei der Kunden in den Schaufenstern Waren finden sollten, die dort nicht hingehören und damit Preise gewinnen konnten – sie war leider nicht besonders erfolgreich. Das berichtet Mirko Ruschmeyer. Die Zahl der Kunden, die mitgemacht haben, war übersichtlich.

Was die weiteren Planungen des Stadtmarketings angeht: Es wird wohl wieder ein Minigolf-Event in der Innenstadt geben. „Die dafür benötigte Ausrüstung gehört uns ja, das können wir ohne großen Aufwand organisieren“, sagt Ruschmeyer.

Weitere Pläne gibt es bisher nicht – was mit der Unsicherheit zu tun hat, ob es möglicherweise wieder Beschränkungen wegen steigender Corona-Zahlen gibt.

„Und Brokken fehlt uns auch an allen Ecken und Enden“, sagt der Stadtmarketing-Vorsitzende. Der engagierte und beliebte Event-Planer Jörg „Brokken“ Buxel, der am 5. März gestorben ist, hinterlässt nicht nur menschlich eine riesige Lücke. Er war auch der „Motor“ vieler Aktivitäten in der Innenstadt wie Herbst- und Frühlingsfest.

Der Abend in Waltrop

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