Familie

Das große Krabbeln: Neustart für den Babytreff und weitere Angebote

Der Waltoper Babytreff in den Räumen der Volkshochschule hat am Montag nach langer Corona-Pause zum ersten Mal wieder stattgefunden. Ein aufregender Neustart - für alle Beteiligten.
Der Waltroper Babytreff ist wieder in den Räumen der VHS gestartet. Das freut die Leiterinnen Saskia Krauthoff (Mitte) und Lina Unger (links) ebenso wie die Mütter und ihre Kinder. © Hollenhorst

So viele Kinder auf einem Haufen hat Enya, viereinhalb Monate alt, noch nie gesehen. Entspannt liegt sie auf der großen, dunkelblauen Matte, nuckelt an ihrem Spielzeugring und verfolgt mit großen Augen, was um sie herum passiert. Da krabbeln und robben und tapsen Viktoria, Ava und Mia auf den Matten umher, die Mütter sitzen im Schneidersitz und unterhalten sich, hier fällt ein Spielturm um, da tutet ein kleines Spielzeugauto.

Zwangspause seit November

Zum ersten Mal seit November hat der Waltroper Babytreff „Start for life“ am Montag wieder in den Räumen der Volkshochschule an der Ziegeleistraße stattgefunden. Freude und Aufregung waren bei dem Neustart bei allen Beteiligten groß. „Ich war heute Morgen schon ein bisschen nervös“, sagt Saskia Krauthoff, die den Treff seit fünfeinhalb Jahren leitet. Kein Wunder: Neue Mütter, neue Kinder – und für die meisten ist es an diesem Morgen das erste Mal, dass sie mit ihrem Nachwuchs eine Gruppe besuchen. Und noch ein bisschen hat sich – coronabedingt – beim Babytreff geändert. Vor der Pandemie waren die Treffen offen, wer Lust hatte, nahm einfach teil. Das geht jetzt nicht mehr. Eltern müssen sich vorher anmelden, bei jedem Termin ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Wer wann kommen möchte, das wird meist vorher auf dem kurzen Dienstweg per Whatsapp geklärt. Hinzu kommen natürlich die Corona-Regeln, die eingehalten werden müssen: Maske tragen, Hände desinfizieren, Kontaktlisten ausfüllen.

Frischgebackenen Eltern ist die Decke auf den Kopf gefallen

Als das Organisatorische an diesem Vormittag geklärt ist, beginnt aber schnell der angenehme Teil, das, worauf sich alle seit Monaten gefreut haben: Gemeinsam mit den Kindern und anderen Müttern in großer Runde zusammensitzen, singen, sich kennenlernen und austauschen. Das hat Familien in Pandemiezeiten gefehlt. „Vielen Eltern ist die Decke auf den Kopf gefallen“, sagt Birgit Ollesch-Joswig vom Familienbüro der Stadt Waltrop, das den Babytreff anbietet.

Ganz so schlimm war es für Vikoria Adenstedt zwar nicht. Ein paar Mütter mit gleichaltrigen Babys hat sie bereits über ihre Hebamme kennengelernt. Doch ebenso wie ihre acht Monate alte Tochter Ava freut sie sich jetzt, in der Gruppe noch weitere Kontakte knüpfen zu können. Die Waltroperin ist vor ein paar Jahren zugezogen, vor der Geburt ihrer Tochter kannte sie kaum andere Mütter in der Stadt.

Ehrlicher Austausch in ungezwungener Runde

Wie wichtig so ein Treff in der Stadt ist, das weiß Saskia Krauthoff aus eigener Erfahrung zu berichten. Zum einen hat sie selbst als Mama beim Babytreff angefangen. Zum anderen hat sie in den fünfeinhalb Jahren als Leiterin eine ganze Menge erlebt. Die Möglichkeit, sich einfach mal ganz ungezwungen und „herrlich ehrlich“ mit anderen Eltern über schlechte Nächte und quengelige Phasen austauschen zu können, sei Gold wert. Oder sich einfach mal den einen oder anderen Tipp von anderen abholen zu können. Darauf hofft zum Beispiel Jenny Caspers. Denn bald soll es für ihre Tochter Enya die ersten Löffelchen Brei geben. „Das ist dann schon interessant, wenn man mal hören kann, wie die anderen das so mit der Beikosteinführung gemacht haben“, sagt sie. Eine Stunde dauert der Babytreff, der Ablauf dabei ist immer ähnlich: Vorstellungsrunde, Singen, freies Spielen und Reden, gemeinsames Singen zum Abschluss. Die feste Struktur gebe den Kindern Sicherheit, erklärt Krauthoff. Zwei Treffen finden jeweils montags statt. Der Babytreff ist ein Angebot der Stadt Waltrop für alle Eltern der Stadt und ist kostenlos.

Endlich rappelt es in der „Flohkiste“ wieder

Auch in der Flohkiste, der mototherapeutischen Praxis im Schatten der St.-Peter-Kirche, rappelt es nach langer Zeit endlich mal wieder. Betrieben wird sie seit 2017 von Daniela Monz, Erzieherin und staatlich anerkannte Motopädin. Sie bietet dort Pekip-Kurse, Babymassage, oder die „Windelflitzer“, ein Bewegungsangebot für ein- bis zweijährige Kinder, an. Acht Monate lang war es in dem kleinen Fachwerkhaus, in dem sonst inmitten von dicken Matten, Rollen-Rutsche, Kullerkreisel und Co. das Leben getobt hat, ganz still.

Daniela Monz, Erzieherin und staatlich anerkannte Motopädin, freut sich, dass es in ihrer “Flohkiste” endlich mal wieder rund geht – zum Beispiel auf der neuen Bewegungslandschaft für die “Windelflitzer”. © Privat © Privat

Zu still für Daniela Monz. „Ich war in der Zeit nur selten in der Flohkiste, die Ruhe war mir einfach nicht geheuer“, sagt sie. Seit Februar hat „Danny“, wie sie die meisten Eltern und Kinder nennen, zwar aufgrund der hohen Nachfrage Online-Kurse angeboten. Doch die Eltern und die Kinder jetzt endlich live, ohne Kamera, kennenlernen zu können, das ist für sie das Schönste. „Endlich kehrt wieder Normalität ein, wir konnten uns ohne Kamera sehen, das hat uns alle sehr gefreut“, sagt Monz.

Denn im persönlichen Kontakt lässt sich natürlich auch vieles leichter vermitteln. Beim Besuch in der Flohkiste geht es nämlich für die Kinder auch darum, alle Sinne zu entdecken, verschiedene Materialien zu erkunden, zu klettern und sich auszutoben. „Ich kann vor Ort viel mehr Möglichkeiten anbieten, um die Entwicklung jedes einzelnen zu fördern und zu unterstützen“, erklärt Monz.

Die ersten sozialen Kontakte und die Interaktion der Kleinsten untereinander spielen darüber hinaus eine wichtige Rolle. Auf die ungewohnten Kontakte und Reize reagierten die Kleinen ganz unterschiedlich: Einige Babys seien schüchtern und blieben lieber erstmal in Mamas Nähe, andere seien sehr neugierig. „Einige Kinder mussten die anderen erstmal anfassen und waren dann von der Reaktion ihres Gegenübers sehr überrascht“, hat Monz beobachtet.

Mütterzentrum: Einige Kurse fallen noch aus

Im Mütterzentrum, dem Familientreff am Bissenkamp, müssen Familien noch auf viele lieb gewonnene Kurse verzichten. Musikgarten, Mütterfrühstück und Babymassage finden noch nicht wieder statt. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Das Zwergenstübchen, die Kinderbetreuung für Jungen und Mädchen bis zu drei Jahren, ist schon seit einiger Zeit wieder geöffnet, und seit ein paar Wochen können auch wieder Spielgruppen angeboten werden, wie Nicola Surmann, beim Mütterzentrums-Verein für die Spielgruppen zuständig, berichtet.

Das geht aber auch nur, weil sie und ihre Vereinskolleginnen gemeinsam mit der Pfarrgemeinde St.-Peter eine „Notlösung“ gefunden haben. Weil die Räume des Mütterzentrums so klein sind, finden die Spielgruppen vorübergehend im Café-Bereich vom Haus der Begegnung statt. Auch die Terrasse und der Pfarrgarten können genutzt werden. „Wir haben da eine Sandkiste, Rutschautos und einen Rasenmäher“, sagt Surmann. Die Nachfrage im Mütterzentrum ist groß, für alle Angebote gibt es Wartelisten. Es lohne sich aber, sich darauf setzen zu lassen, sagt Surmann. Im August, zum Beispiel, würden wieder neue Gruppen starten.

So kommt man in Kontakt

  • Waltroper Babytreff, „Start for Life“, für Kinder bis 1,5 Jahre, montags in der VHS (9 bis 10 Uhr und 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr). Infos und Anmeldung: babytreff.waltrop@gmail.com
  • „Flohkiste“, Inhaberin Daniela Monz, Kirchplatz 2, Pekip, Babymassage, Windelflitzer, Vater-Kind-Angebote, Infos und Kontakt: 0151 – 29 18 11 47, danielamonz.de
  • Mütterzentrum Familientreff Waltrop e.V, Bissenkamp 14, www.familientreff-waltrop.de

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