Sozialkaufhaus

Der „Laden“ öffnet seine Türen wieder zum Lebensmitteleinkauf

Lebensmittel wurden im „Laden“, dem Sozialkaufhaus für Menschen mit geringem Einkommen, in den vergangenen Monaten nur in fertig gepackten Taschen abgegeben. Das soll sich bald ändern.
Kati Schalk und Heiner Fehlker vor den Lebensmittelregalen im "Laden" an der Dortmunder Straße. © Simone Hollenhorst

Kein einziger Termin zur Lebensmittelabgabe im „Laden“ an der Dortmunder Straße ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie ausgefallen, erklärt Heiner Fehlker vom Helferteam des Sozialkaufhauses an der Dortmunder Straße. Auch in Zeiten, in denen Nudeln und Co. in den Supermärkten knapp waren, konnte die Einrichtung Bürger mit schmalem Einkommen immer zumindest mit dem Nötigsten versorgen.

Tüten waren eine Notlösung

Um Kunden und Ehrenamtliche vor Infektionen zu schützen, wurden die Lebensmittel in den vergangenen Monaten ausschließlich in fertig gepackten Taschen angeboten. Eine Notlösung, die sich die Ehrenamtlichen hatten einfallen lassen, um den Verkauf nicht gänzlich stoppen zu müssen. Jetzt hat sich das „Laden“-Team wieder dazu entschlossen, einen individuellen Einkauf in den Räumen zu ermöglichen, sprich die bedürftigen Kunden können sich das, was sie brauchen, wieder selbst vor Ort zusammenstellen. Allerdings dürfen immer nur wenige Kunden gleichzeitig den „Laden“ betreten, es kann also zu Wartezeiten vor der Tür kommen. Und: Wer dort einkaufen möchte, muss eines der „drei G“ erfüllen, also geimpft, getestet oder genesen sein – und dies belegen können. Wer die „3G-Regel“ nicht erfüllt, erhalte weiterhin eine fertig gepackte Tüte, erklärt Fehlker.

Ein Fünftel des regulären Preises

Die fertigen Tüten, wissen Heiner Fehlker und Kati Schalk, die als Ehrenamtliche für den Ein- und Verkauf zuständig ist, hatten den einen oder anderen Nachteil – gerade für große Familien. Denn die Taschen wurden allesamt gleich gepackt. Und Großfamilien brauchen nun mal andere Mengen, an Konserven, Nudeln und Co. als Alleinstehende zum Beispiel. Gut also, dass die Kunden bald wieder selbst aussuchen können, was in ihren Einkaufswagen wandert. Neben haltbaren Lebensmitteln sind auch Eier und Brot und einmal monatlich Obst und Gemüse zu bekommen. Die Kunden im Laden zahlen im Schnitt ein Fünftel vom Normalpreis für die Waren.

Der Bedarf in Waltrop ist da

Dass es diese Anlaufstelle in Waltrop gibt, ist wichtig. Denn der Bedarf ist da. Vor Corona hätten rund 140 bis 150 Kunden pro Verkaufstag im „Laden“ eingekauft, zuletzt seien es im Schnitt 80 bis 90 Bürger gewesen, sagt Fehlker. „In Waltrop sieht man die Armut nicht“, weiß er. Neben kinderreichen Familien zählten zum Beispiel auch Rentner mit geringem Budget zu den Kunden. Übrigens: Das Sozialkaufhaus gibt es in unserer Stadt bereits seit 16 Jahren, heute engagiert sich dort ein Team aus rund 40 Ehrenamtlichen. Die Einrichtung ist eine Initiative der Waltroper Kirchengemeinden und des Caritasverbandes Ostvest e.V.

Die neuen Regeln im „Laden“ gelten ab dem 17. September. Außerdem hat das „Laden“-Team aus der Erfahrung heraus die Öffnungszeiten angepasst: Freitags ist von 9 bis 12 Uhr geöffnet, donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Der „Laden“ öffnet jeden ersten Donnerstag und jeden dritten Freitag im Monat.

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