CDU wehrt sich

Eltern sollen eine Pauschale für die OGS-Mittagessen zahlen

Die AWO plant, künftig die OGS-Mittagessen pauschal abzurechnen - unabhängig von den tatsächlich eingenommenen Mahlzeiten. Bei der CDU regt sich heftiger Widerstand dagegen.
Die CDU kritisiert die geplante Abrechnung des Essens im Offenen Ganztag. © picture alliance / dpa

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist in Waltrop Trägerin der Offenen Ganztagsschule (OGS). Sie hat angekündigt, ab dem neuen Schuljahr für die neuen Kinder pauschal fünf Essen pro Woche abzurechnen. Das gilt auch für Grundschulkinder, die nur drei oder vier Tage in der Woche die OGS besuchen. Die Familien, deren Kinder bereits in dem jetzt endenden Schuljahr die Schule besuchten, sind von der Neuregelung nicht betroffen.

Cordula Janusch, CDU-Mitglied und beratendes Mitglied für die CDU im

Schulausschuss, betrifft diese Regelung nicht, besuchte ihre Tochter doch eine Grundschule bereits in diesem Schuljahr. Wie die CDU mitteilt, sei sie es gewesen, die nach Erhalt dieser Information den Stein ins Rollen brachte und den Parteikolleginnen und -kollegen über das Vorgehen der AWO berichtete.

Der Grund für die Umstellung des Abrechnungsverfahrens sei, so die AWO, eine einfachere Handhabung. „Hier darf man stark bezweifeln, ob man Eltern pauschal zur Kasse bitten darf, nur weil es ‚einfacher‘ ist“, kritisiert die CDU.

Man habe Verständnis für Planungssicherheit und eine verlässliche Mindestabnahme der Mittagessen. „Aber den höchsten anzunehmenden Fall als

Bemessungsgrundlage heranzuziehen, fühlt sich eher gewinnmaximierend und nicht bedarfsgerecht an“, heißt es in einer Stellungnahme. Niemandem sei zu erklären, dass Kinder, die nur an drei Tagen pro Woche essen, genauso viel zahlen müssten wie Kinder, die fünf Tage pro Woche das Angebot nutzten. Ebenso verhielte es sich in der Ferienbetreuung, denn nicht alle Kinder nutzten die Offene Ganztagsschule über den gesamten Zeitraum der Ferien.

„Nur Waltrop rechnet noch scharf ab“

Die CDU-Fraktion forderte daher die Stadtverwaltung per Antrag auf, mit der AWO ein neues Konzept zu erarbeiten und den Verpflegungskostenbeitrag pro Familie entsprechend anzupassen.

Zudem hat die CDU dem Antrag ein Abrechnungsmodell beigefügt. Dieses schaffe

ebenfalls Planungssicherheit über zwölf Monate, sei jedoch am Bedarf der Kinder

ausgerichtet.

Christiane Bröcker, Fachbereichsleiterin bei der Stadt Waltrop, betonte, dass Waltrop die einzige Kommune in der Region sei, in der überhaupt noch nach der alten Regelung der „spitzen Abrechnung“ verfahren werde. „Die Stadt ist mit der AWO im Gespräch, die derzeit eine Berechnungsübersicht für die OGS-Verpflegung als Grundlage für die Ratssitzung am 30. Juni erstellt“, teilte Stadtsprecherin Andrea Middendorf auf Anfrage mit.

Der Abend in Waltrop

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