Stadtplanung

Grüne wollen Bahnhof auf Langendorf-Areal

Obwohl der Fahrzeugbauer das Grundstück verkauft hat und dort bis zu 150 Wohneinheiten entstehen sollen, greifen die Grünen einen lange gehegten Traum auf. Der Verkehr müsse auf die Schiene verlagert werden.
Das Betriebsgelände von Langendorf an der Bahnhofstraße © Uwe von Schirp

Die Grünen wollen Waltrop wieder an die Schiene anbinden und betrachten das Langendorf-Areal an der Bahnhofstraße als einen geeigneten Standort an für einen künftigen Bahnhof. Durch das Freiwerden des Geländes im Zuge der Verlagerung des Fahrzeugbauers an die Stadtgrenze nach Dortmund, an den „Dicken Dören“, biete sich eine einmalige Chance, „in Stadtnähe einen neuen Bahnhof für Waltrop zu planen“, schreibt der Fraktionsvorsitzende Marc-Peter Selzer in einem Antrag. Darüber soll in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaft am 29. Juni entschieden werden.

Die Waltroper Firma Langendorf stellt Spezial-Auflieger her. Der Platz auf dem heutigen Betriebsgelände reicht nicht mehr aus. Deswegen soll ein neues Industriegebiet am „Dicken Dören“ entstehen. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Es handelt sich um eine alternative Planung für das Gelände an der Bahnhofstraße – und der Vorstoß dazu kommt möglicherweise zu spät. Langendorf hat das Grundstück an den Projektentwickler Bonova verkauft. Dessen Ziel ist es, dort

ein innerstädtisches Wohngebiet zu errichten. Nach Angaben von Stadtplanern werde bei dem städtebaulichen Konzept Wert auf einen Mix aus Einfamilien-und Doppelhäusern, Reihenhäusern sowie mehrgeschossigen Wohngebäuden gelegt. Geplant sind etwa 150 Wohneinheiten.

Langendorf hat das Areal bereits verkauft

Langendorf-Geschäftsführer Klaus P. Strautmann zeigt sich überrascht über den Grünen-Vorstoß: Der Verkauf sei mit Wissen und unter Einbindung der Stadt Waltrop verkauft worden. Wenn man das Grundstück anderweitig nutzen wolle, müsse die Stadt Waltrop wenigstens eine Lösung finden, „die die Bonava akzeptieren würde und uns nicht schlechter stellt.“ Die mit der Bonava erreichte Lösung sei eine Voraussetzung für einen möglichen Umzug, sagte Strautmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Bedeutet: Die Stadt müsste tief in die Tasche greifen, um das Areal zu erwerben.

Langendorf-Geschäftsführer Dr. Klaus P. Strautmann vor einer Luftaufnahme des heutigen Firmensitzes von Langendorf. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Das scheint die Grünen nicht zu beeindrucken: Sie beantragen, dass die Stadt eine Machbarkeitsstudie für einen Bahnhof erstellt. Bei den bisherigen Prüfungen zur Aktivierung des alten Waltroper Bahnhofs sei immer auf

die problematischen Eigentums- und Platzverhältnisse verwiesen worden, die eine Wiederinbetriebnahme des Bahnhofs nahezu unmöglich erscheinen ließen. Nun seien die Bedingungen gegeben, diese Idee ernsthaft zu verfolgen, so Selzer. „Mittel- bis langfristig ist eine Verkehrswende ohne die Verbesserung der schienengebundenen Infrastruktur nicht machbar“, sagt der Grüne.

Strautmann: „Provinzieller Ansatz“

Nach Ansicht von Langendorf-Geschäftsführer Strautmann ist der Ansatz „zu provinziell gedacht“. Die heutige Bahnstrecke sei ausschließlich für den Güterverkehr vorgesehen. Würde man diese für den Personenverkehr freigeben, so würde sich die Transportkapazität für den Güterverkehr erheblich vermindern und die dort transportierten Güter dann wieder auf die Autobahn wandern.

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