U18-Wahl

Hunderte Waltroper Schüler haben ihre Kreuzchen schon gemacht

Das, was die Wahlbürger am 26. September vorhaben, haben Waltroper Schüler schon jetzt erlebt: Sie durften ihre Stimme für den 20. Deutschen Bundestag abgeben - mit erstaunlichen Ergebnissen.
Groß ist der Andrang an der Urne bei der U18-Wahl am THG – hier mit Nick Todorovic, Ben Stöwhase, Thomas Horbach, Hendrik Funke und Tengu Munkhjargal sowie Wahlhelferin Johanna Nießen (r.). © Thomas Bartel

Der Probelauf hat geklappt bei der Waltroper U18-Wahl: Am Theodor-Heuss-Gymnasium und an der Gesamtschule waren Hunderte Schüler am Donnerstag und Freitag (16./17. 9.) aufgefordert, ihre Stimmzettel für die Bundestagswahl abzugeben – und davon haben sie ausgiebig Gebrauch gemacht.

Große Unterschiede zwischen dem simulierten und dem „echten“ Urnengang waren kaum zu erkennen: Die Stadt Waltrop hatte beiden Bildungsstätten original Wahlurnen und auch drei „richtige“ Wahlkabinen zur Verfügung gestellt. „Das finden wir echt toll“, betonten die Referendare Philip Kornacki und Moritz Mense, die die U18-Abstimmung am THG organisiert haben. Und natürlich konnten die Schülerinnen und Schüler auf Stimmbögen ihre Kreuzchen machen, die die „echten“ zehn Direktkandidaten und die 27 zugelassenen Parteien aufführten.

Wahlsystem wurde im Unterricht behandelt

„Dass auf dem Zettel weder Armin Laschet, Olaf Scholz noch Annalena Baerbock oder ein anderer Kanzlerkandidat zur Auswahl steht, das hatten sie zuvor im Politikunterricht gelernt“, berichtete Philip Kornacki. „Die jungen Leute haben mindestens einen so guten Überblick wie die meisten Erwachsenen auch“, war sich sein Kollege Moritz Mense sicher.

Auch an der Vorbereitung, Durchführung und Auszählung der Wahl wurden die Schülerinnen und Schüler aktiv beteiligt: So wurde gemeinsam ein Instagram-Account mit Info-Seiten erstellt, Wahlplakate ausgehängt und ein Wahlvorstand gewählt, der den ordnungsgemäßen Ablauf überwachte. Johanna Nießen und Neele Schmitz etwa zählten zu dem zwölfköpfigen Team, das sich bei acht Treffen in den Wochen zuvor penibel auf den Wahltag vorbereitet hatte. Jetzt verteilten sie die Wahlzettel, sorgten für Desinfektionsmittel bei der Ausgabe der Stifte – und dafür, dass nur ein Stimmzettel pro Nase in der Urne landete.

U18-Wahlen an der Waltroper Gesamtschule: Jan-Lukas Hartkopf (r.) hat die Wahlurne genau im Blick. © Meike Holz © Meike Holz

Klimaschutz ist für Jugendliche das große Thema

Dem „Wahlvolk“ – das waren die Klassen 6 bis Q2 am THG und die Klassen 7 und 8 an der Gesamtschule – bereitete die U18-Wahl sichtlich Spaß. Und mancher machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Ich habe die Fernsehdebatten verfolgt“, versicherte ein Neuntklässler. „Mir hat die Annalena Baerbock am besten gefallen.“ Und ein Mädchen stimmt zu: „Die setzt sich am besten für den Klimaschutz ein.“

Politiker sollen die Interessen der Jugend im Auge behalten

„Uns ist es wichtig, das Interesse für die Demokratie zu wecken“, erklärt Stadtjugendpfleger Jochen Thiemann, der die U18-Wahl jetzt schon zum dritten Mal mit organisiert hat. Andersherum sei es aber ebenso wichtig, dass die Politikerinnen und Politiker erkennen, dass sie auch die Themen der Jugend im Bundestag im Blick haben sollten.

In diese Richtung appellierte auch Bürgermeister Marcel Mittelbach: „Politik geht uns alle an. Auch diejenigen, die bei der anstehenden Bundestagswahl noch kein Kreuz machen dürfen. Die Aktion bietet jungen Menschen die Chance, Demokratie hautnah zu erleben, sich eine eigene Meinung zu bilden und schon jetzt mitzureden. Ich freue mich, dass Gesamtschule und THG ihren Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit dazu bieten.“

Die SPD ist der klare Gewinner, gefolgt von den Grünen

Bleibt am Ende die Frage, wie das Abstimmungsergebnis nun ausgefallen ist: Die SPD landete mit 27,7 Prozent auf Platz eins, gefolgt von den Grünen mit 20,0 und der CDU mit 18,9 Prozent. Knapp dahinter liegt die FDP mit 16,2 Prozent. Unter den kleinen Parteien fällt die Tierschutzpartei mit 6,1 Prozent auf, gefolgt von der Linkspartei mit 5,1 und der AfD mit 3,9 Prozent. Insgesamt waren 747 Stimmzettel gültig. Die Zahlen für ganz NRW veröffentlicht der Landesjugendring auf seiner Internetseite: www.ljr-nrw.de.

In den Klassen 9 und 10 an der Gesamtschule wurde – ebenso wie kommende Woche an der Realschule – die „Junior-Wahl“ angeboten: Hier dürfen die Ergebnisse erst nach dem 26. September bekannt gegeben werden. Immerhin war die Beteiligung an der Gesamtschule mit gut 84 Prozent vorbildlich!

Info

Das Ergebnis der Erststimmen

Bei den Direktkandidaten konnte Frank Schwabe (SPD) mit 36,3 Prozent die meisten Stimmen einsammeln. Es folgten: Michael Breilmann (CDU) mit 22,6 Prozent, Nils Stennei (Grüne) mit 15,6 Prozent, Marlies Greve (FDP) mit 12,5 Prozent und Uwe Biletzke (Linke) mit 5,6 Prozent. Alle anderen Kandidaten erreichten nicht die Fünf-Prozent-Hürde.

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