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Margit Tigges soll Mittelbachs Nachfolgerin an der SPD-Spitze werden

Der Bürgermeister kandidiert nicht mehr als Parteivorsitzender. Seine designierte Nachfolgerin gilt als erfahren und gemäßigt. Mit ihr würde die SPD ihren Verjüngungsprozess erst einmal stoppen.
Bürgermeister Marcel Mittelbach ist demnächst im Bauwagen zu sprechen. © Tobias Weckenbrock

Margit Tigges soll neue SPD-Vorsitzende in Waltrop werden. Wie unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, soll sie am 29. September als Nachfolgerin von Marcel Mittelbach (31) gewählt werden. Ein Jahr nach seiner Wahl zum Bürgermeister zieht er sich von der Parteispitze zurück.

Mit Tigges, Jahrgang 1957, würde die SPD den Verjüngungsprozess, den sie mit Mittelbachs Wahl vor vier Jahren eingeleitet hatte, erstmal stoppen. Sie gilt als gemäßigte Kommunalpolitikerin und hat gute Kontakte zur Arbeiterwohlfahrt und zu Gewerkschaften. Die Stationsleiterin in einem Krankenhaus war von 2003 bis 2014 stellvertretende Parteivorsitzende und gehörte auch dem Stadtrat an. Im aktuellen Vorstand ist sie Beisitzerin.

Margit Tigges © Archiv © Archiv

Mittelbach hatte am Freitag (17. 9.) öffentlich angekündigt, er werde am 29. September nicht mehr kandidieren. Bereits am 8. September hatte er dies den SPD-Mitgliedern in der Einladung für die Hauptversammlung angekündigt. Die vergangenen dreieinhalb Jahre „als Vorsitzender dieser geschichtsträchtigen Partei“ machten ihn stolz, schreibt er darin. Er bleibe der Partei selbstverständlich auch weiterhin als treuer Begleiter erhalten, so Mittelbach weiter.

SPD hüllt sich noch in Schweigen

Der aktuelle Vorstand werde „eine überzeugende Empfehlung an die Hauptversammlung zur Besetzung des neuen Vorstandes abgeben“. Um welche Personen es sich im Einzelnen handele, werde erst dann bekannt gegeben.

Andreas Brausen (CDU) begrüßt Mittelbachs Rückzug vom Parteiamt. © SYSTEM © SYSTEM

Bei einem der politischen Mitbewerber, der CDU, wird die Nachricht von Mittelbachs Rückzug von der SPD-Spitze begrüßt: Bürgermeisteramt und Parteiarbeit seien so deutlich leichter erkennbar zu trennen, sagte CDU-Fraktionschef Andreas Brausen auf Anfrage. Dies dürfte in Mittelbachs eigenem Interesse liegen, da es beispielsweise im Landtagswahlkampf „sonst auch zu Verwechslungen zwischen einem hinter der B 474n stehenden Waltroper Bürgermeister und einer von der Waltroper SPD mit aufgestellten Kandidatin, die in Castrop als Parteivorsitzende mit den Grünen einen Koalitionsvertrag mit Ablehnung der B474n verhandelt hat“, kommen könne. Die Rede ist von Lisa Kapteinat. Deren Begründung, so Brausen weiter, dies beziehe sich nur auf Castroper Gebiet, sei angesichts der erkennbaren Auswirkungen auf die Gesamtplanung nicht haltbar.

Brausen: Bessere Unterscheidbarkeit

Vor diesem Hintergrund helfe die Ämtertrennung den Bürgern, zwischen der Meinung des Waltroper Bürgermeisters und der Kandidatenunterstützung der SPD zu unterscheiden. Er wünsche Mittelbachs Nachfolgerin viel Erfolg und hoffe „auf großes Interesse, Motivation und Einsatz an der politischen Gestaltung im Interesse der gesamten Waltroper Politik“.

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