Jüdisches Leben in Waltrop

QR-Codes sollen Geschichte der Waltroper Familie Baum greifbar machen

Die VHS, der Heimatverein und Waltroper Schulen arbeiten am Projekt Stolpersteine. Dabei sollen Geschichten erzählt werden von jüdischen Familien, die früher einmal in Waltrop gelebt haben.
Die THG-Schüler Felix Happ (r.) und Cihat Sengül haben ein Video über das Leben der jüdischen Kaufmannsfamilie Baum gedreht. © Giulia Senking

Die THG-Schüler Felix Happ und Cihat Sengül haben sich mit der Geschichte der jüdischen Familie Baum auseinandergesetzt. Die Familie Baum lebte zu Zeiten des Nationalsozialismus in Waltrop und betrieb in der Rösterstraße ein großes Geschäft. Dort soll schon bald ein Stolperstein angebracht werden, der an das Leben der Familie erinnert.

Durch einen nebenstehenden QR-Code gelangen Interessierte auf ein Video, in dem Happ und Sengül die Geschichte der Familie erzählen. „Man kann sagen, dass die Familie Baum ein wichtiger Bestandteil der Waltroper Gemeinde war“, erklärt Sengül. In ihrem Video zeigen sie, wie schnell sich das Leben der Familie durch die Nationalsozialisten verändert hat.

Ein historisches Foto der jüdischen Familie Baum mit Mitarbeitern vor dem Laden in der Waltroper Rösterstraße. © Archiv © Archiv

„Das war wirklich sehr erschreckend. Es ist, als ob sie im Laufe eines Tages von einer angesehenen und freundlich begrüßten Familie zu Gehassten wurden“, schildert Happ. Sengül gibt zu: „Wir wussten vorher auch nicht, dass da eine solche Geschichte hinter diesem Laden steckt.“ Die Stolpersteine sollen genau das ändern und den Bürgern Waltrops die Möglichkeit geben, einen lokalen Bezug zur NS-Zeit herzustellen.

„Was vielleicht auch wichtig ist in einer Gesellschaft, ist, dass man immer wieder daran denkt, wie man mit Leuten umgeht, wie man sich ihnen gegenüber verhält, egal welcher Religion oder Nationalität sie angehören. Dass man immer freundlich ist und sie mit Respekt behandelt“, findet Felix Happ.

Auch die Gesamtschule beginnt mit dem Projekt

Auch die Gesamtschule werde sich in den nächsten Tagen mit den beteiligten Personen zusammensetzen, um das Projekt zu beginnen. Astrid Fuhrmann, Schulleiterin der Gesamtschule, erklärt, dass es seine Zeit brauchen werde, das vom Heimatverein bereitgestellte Material durchzuarbeiten und dann zu digitalisieren. Sie freut sich aber, dass das Projekt von allen Beteiligten befürwortet wurde und die Geschichten der jüdischen Familien für ihre Schüler greifbar gemacht werden. Bis die Stolpersteine angefertigt, die QR-Codes angebracht und alle weiterführenden Schulen ihre Videos gedreht haben, werde es aber wohl noch einige Zeit dauern.

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