Halbseitige Brücken-Sperrung

Und noch eine Hiobsbotschaft für Oberwiese

Beschränkungen und Sperrungen allerorten: In Oberwiese schwanken Anwohner und Gewerbetreibende jetzt zwischen Verzweiflung und Sarkasmus.
Anwohner und Pendler erinnern sich mit Schrecken an die Endlos-Sperrung der Brücke am Hebewerk. © Behr (Archiv)

Kaum hatte CDU-Ratsherr und Landwirt Theo Hemmerde im Haupt- und Finanzausschuss auf die fatalen Folgen der Beschränkung der Durchfahrtshöhe an der Lohburger Brücke für seinen Berufsstand und andere Anwohner deutlich gemacht, da entgegnete Dezernent Wolfgang Brautmeier, er müsse leider noch eine schlechte Nachricht draufsetzen: Soeben hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) die Stadt wissen lassen, dass voraussichtlich Ende Juli die Hebewerks-Brücke für zwei bis drei Wochen auf Grund von Wartungsarbeiten teilweise gesperrt werden soll. In dieser Zeit soll die Brücke nur einspurig zu befahren sein. Die Nachricht löste Hohngelächter allerorten aus. Denn erstens würde nach jetzigem Stand dann gerade auch der Felling saniert, der Ausweich-Route für die Brücke ist.

Zweitens: Die Erfahrung von der Brücken-Sanierung lässt die Bürger längst argwöhnisch werden, wenn das WSA eine Zeitspanne nennt, innerhalb derer die Arbeiten erledigt sind. Bekanntlich zog sich das Brücken-Drama am Ende über Jahre hin, obwohl die Arbeiten an der Brücke ursprünglich für einige Wochen veranschlagt waren. Zwei privat organisierte „Brückentage“ hielten das Thema bei der Stadtgesellschaft wach. Drittens: Das WSA teilte nur seine Pläne mit. In den Abstimmungs-Dialog mit Stadt oder Anwohnern trat die Behörde – wieder einmal – nicht.

Hemmerde fühlt sich „vereimert“

„Wir fühlen uns wirklich vereimert, um kein anderes Wort zu gebrauchen“, sagte Hemmerde am Freitag (25.6.). Das bezieht sich auch auf die Begrenzung der Durchfahrtshöhe der Lohburger Brücke, über die man unter anderem zur Gaststätte „Zur Lohburg“ und zu den Feldern von Landwirten gelangt. Da hat es einen Ortstermin mit WSA-Beteiligung gegeben, bei dem Betroffene ihre Belange angesprochen haben – und dann wurden am Donnerstag ohne weitere Rücksprache Fakten geschaffen und das Portal abgesenkt. Hemmerde und weitere Betroffene wollen bei einem Ortstermin am Montag noch einmal konkret darlegen, welche dramatischen Folgen die diversen Sperrungen für sie haben. Das WSA verweist auf die Baufälligkeit der Brücke, hätte dem Vernehmen nach am liebsten schon längst dort gehandelt.

„Felling und Brücke nicht gleichzeitig in Angriff nehmen“

Was kann man also jetzt noch tun? Die Stadt Waltrop, heißt es in einer am Freitagmorgen (25.6.) verbreiteten Erklärung, suche nun ihrerseits den Dialog mit dem WSA, damit die Sperrung zumindest zeitlich von der Sanierung der Straße „Am Felling“ abgekoppelt wird, die am Montag – übrigens auch mit Verzögerung – starten soll. Auch Hemmerde hatte darum gebeten. „Die Einschränkungen bei der Lohburger Brücke bedeuten für die Landwirtinnen und Landwirte und die Gastronomie vor Ort bereits große Belastungen“, wird Bürgermeister Marcel Mittelbach (SPD) in der Erklärung zitiert. „Umso wichtiger ist es, dass weitere verkehrliche Maßnahmen im Umkreis gut abgestimmt erfolgen, um den Verkehr für Anwohnerinnen und Anwohner und Pendlerinnen und Pendler flüssig zu gestalten.“ Das klingt sachlich, aber auch bei der Stadtverwaltung ärgert man sich ebenso wie die Anwohner massiv darüber, dass das WSA nicht die Abstimmung mit dem Waltroper Rathaus sucht, sondern einfach so tätig wird.

Frust wird im Rathaus abgeladen

Erfahrungsgemäß laden nämlich viele Bürger ihren Frust bei den Mitarbeitern an der Münsterstraße ab, wo sie aber in dieser Sache an der falschen Adresse sind. Dabei hatten bei der Talk-Runde bei Opel Winkelheide vor der Kommunalwahl fast alle Bürgermeister-Kandidatinnen und -kandidaten (unter ihnen Marcel Mittelbach) bei der These „Wenn ich Bürgermeister wäre, wäre die (damals noch gesperrte) Brücke am Hebewerk längst wieder geöffnet“ die Rote Karte gehoben. Heißt: Sie waren sich einig, dass es bei noch so viel Einsatz, Einbindung von Bundes- und Landespolitikern offensichtlich nicht in der Macht eines Rathaus-Chefs oder einer Rathaus-Chefin steht, hier etwas zu beschleunigen.

Inzwischen ist die Brücke am Hebewerk bekanntlich wieder geöffnet, und dass Nacharbeiten fällig sein würden, war auch angekündigt. Und auch für die Beschränkung der Höhe der Lohburger Brücke mag es gute Gründe geben, die mit der Sicherheit zu tun haben. Doch dass das WSA die Stadt und ihre Bürger mit den Folgen ihrer Zeitplanung alleine lässt, das sorgt allerorten für Verärgerung.

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