Bisher keine Verdächtigen

Vandalismus in Waltrops Innenstadt: Täter kommen ungeschoren davon

Der Vandalismus in der Waltroper Innenstadt regt viele auf. Und der Ärger wird nicht geringer, wenn man erfährt, dass fast nie jemand zur Verantwortung gezogen werden kann.
Mit roher Gewalt war neulich ein Mülleimer aus dem Boden gerissen worden. © Bernd Funke/V+E

Bernd Funke wird nicht müde, Fälle von Vandalismus im Moselbachpark und anderswo in der Stadt immer wieder in öffentlichen Sitzungen anzusprechen. So wie neulich im Hauptausschuss des Stadtrates, als der Chef des Ver- und Entsorgungsbetriebs (V+E) davon erzählte, dass jemand die Serviceklappe von Laternen geöffnet und Sicherungen herausgedreht habe.

Der Mülleimer an den Tischtennisplatten im Moselbachpark, den vor ein paar Tagen jemand mitsamt Verankerung mit roher Gewalt aus dem Boden gerissen hat, steht wieder. Man könnte natürlich eine dickere und breitere Bodenplatte nehmen, um künftige Fälle dieser Art zu erschweren. „Aber irgendwann wird es unverhältnismäßig.“ Am Ende steht der Waltroper Gebührenzahler dafür gerade.

Hat er in diesem und den anderen Fällen, die er publik gemacht hat, etwas von der Polizei gehört? Gibt es Verdächtige? Nein, sagt Funke. Er habe immerhin aber auch noch keine Mitteilung bekommen, dass die Ermittlungen erfolglos verlaufen seien und eingestellt würden. Freilich rechnet er damit, dass die bald kommt.

Eine höchst unbefriedigende Situation.

Die Belohnung hat niemand kassiert

Ist der Vandalismus ein spezifisches Waltroper Problem? Funke weiß es nicht. Möglich sei ja, dass es das in Nachbarstädten genauso gebe, aber dort einfach nicht so öffentlich angesprochen werde. Er sieht sich jedenfalls moralisch verpflichtet, darauf aufmerksam zu machen, auch wenn sich erst einmal nichts ändert. Er sei eben so erzogen worden, solche Beschädigungen fremden Eigentums nicht einfach so zur Kenntnis zu nehmen.

Nachfrage bei der Stadt: Im Sommer gab es doch mal diese Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung von Tätern ausgesetzt waren, die für die damaligen Vandalismus-Fälle im nagelneu gestalteten Park verantwortlich waren. Hat die jemand kassiert? „Nein“, sagt Stadtsprecherin Andrea Middendorf, die aber bestätigen kann, dass der vor einiger Zeit engagierte Sicherheitsdienst weiterhin im nächtlichen Einsatz sei – nicht nur im Park, auch an anderen Stellen in der Stadt.

Tatsache aber bleibt: In aller Regel wird für den Vandalismus niemand zur Verantwortung gezogen. Eine Ausnahme war mal der Fall mit den Laternen am Zechengelände, gegen die so heftig getreten worden war, dass sie anschließend nicht mehr funktionierten. Hier hatte die Polizei mitteilen können, dass es zwei jugendliche Tatverdächtige gebe.

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