Die „echten“ sind rar

Von falschen Schlangen in unseren Breiten

Schlangen sieht man bei uns in freier Wildbahn eher nicht - es sei denn, sie sind „entkrochen“, so wie vor einiger Zeit in Datteln. Zu „falschen“ Schlangen gibt es aber einiges zu sagen.
Keine Schlange, auch wenn sie so aussieht: die Blindschleiche. © Kamp (privat)

An diesem Freitag (16.7.) ist Welttag der Schlange. Anlass, sich zu erkundigen: Wie ist der Schlangen-Status im Ostvest? Wer wüsste das besser als der Naturschutzbund Deutschland (NABU)? Ulrich Kamp von den örtlichen Naturschützern allerdings muss bei dem Thema passen: „Ich habe hier bei uns in freier Wildbahn noch keine einzige Schlange gesehen, geschweige denn fotografiert. Was ich gesehen und fotografiert habe, sind lebende und tote Blindschleichen (Unfallopfer)“, schreibt er auf unsere Anfrage. „Die Blindschleiche sieht zwar so aus, ist aber keine Schlange, sondern eher so eine Art Eidechse oder Molch ohne Füße.“ Gesehen – freilich selten – hat er die Tiere in der Haard. Seine Erfahrung: „Sie lassen sich fotografieren, aber ungern anfassen und sie können sogar fauchen.“ Was er darüber hinaus weiß: „Sie sind oft Beute von Greifen und auch Rabenvögeln, Störchen und Reihern.“ Aber Ringelnatter oder gar Kreuzotter – da muss Kamp passen, und er hat auch noch von keiner Sichtung anderer Naturschützer in der Region gehört.

Aber Schlangen, die gar keine sind, finden sich auch sonst im Ostvest:

Die Steinschlange: Im April 2020 war es ein großer Trend – auch als eine rare Beschäftigungs-Möglichkeit in Corona-Zeiten. In Oer-Erkenschwick hatten zum Beispiel zwei Freundinnen beim Spazierengehen schön geformte Steine gefunden und zu Hause gemeinsam mit der Tochter der einen bemalt. Und dann am Beginn des Haard-Wanderwegs A6 den größeren Start-Stein für eine Steinschlange gelegt. Schnell waren es knapp 400 Steine und Steinchen, die die Schlange parallel zum ehemaligen Trimmpfad in den Wald wachsen ließen. Die meisten Steine waren bunt bemalt worden. Sie zeigten Embleme von Fußballvereinen, Tiere, Pflanzen, Smileys und viele Motive mehr. In Waltrop waren es „erst“ 89 bunte Steine, als unser Fotograf am Ende des Meisenwegs – dort, wo ein kleiner Patt in Richtung Friedhof führt – ebenfalls ein Steinschlangen-Kunstwerk fand. Doch auch dort sollte es nicht bei den 89 Steinen bleiben: „Macht mit“ lautete die Aufforderung, die unter dem Hashtag „#gemeinsamgegencorona“ auf einem Zettel geschrieben stand.

Die vielleicht nervigste Schlangenart

– Die Supermarktschlange: Sie gehört zu den nervigen Schlangen-Arten. Aber die Betreiber geben sich Mühe, dass es nicht zu arg wird. Karsten Nüsken von Edeka Nüsken, dem großen, noch recht neuen Supermarkt am Waltroper Moselbach, erklärt: „Ziel ist es eigentlich, dass möglichst nicht mehr als drei Kunden in einer Schlange stehen.“ Aber das hat natürlich noch nicht viel zu heißen, was die Wartezeit angeht – da spielt maßgeblich eine Rolle, wie viel die Kunden jeweils im Einkaufwagen haben.

Zwei Schnellkassen für Kunden mit wenigen Einkäufen gibt es im Edeka-Markt in Waltrop, insgesamt sind es sieben. Und die Kassiererinnen können alle per Klingel-Zeichen Verstärkung holen, wenn sie merken, dass die Schlangen zu lang werden. Um nicht nur die eigene Kasse, sondern auch die Gesamtsituation im Blick zu haben, sind die Kassen so gebaut, dass sie eine unterschiedliche Blickrichtung ermöglichen. Bei allen Bemühungen, die Wartezeit zu verkürzen: „Wenn es mal rappelvoll ist und alle Kassen geöffnet sind, kann ich den Kassiererinnen keinen Vorwurf machen, wenn es eben länger dauert“, sagt Nüsken.

Was wurde aus der Boa Constrictor?

Spaziergänger haben 2019 in Nähe der Unterführung der Neuen und Alten Fahrt in Datteln eine 1,80 Meter große Boa Constrictor gesichtet. Die Feuerwehr rückte mit Fangnetzen aus und konnte das Jungtier, das ausgewachsen bis zu vier Meter groß werden kann, einfangen. In Absprache mit dem Kreisveterinäramt fand die Schlange im Zoo Gelsenkirchen ein vorübergehendes Zuhause. Was aus dem Tier geworden ist? Unsere Redaktion hat bei der „Zoom Erlebniswelt“ nachgefragt. Eine Sprecherin zeigte sich zuversichtlich, das klären zu können, bat aber um ein paar Tage Geduld. Wir werden berichten.

Der Abend in Waltrop

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