Vor zehn Jahren in Waltrop Längst nicht jeder will Eon Land verkaufen

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Kraftwerk Datteln
Das Uniper-Kraftwerk Datteln 4: Vor zehn Jahren gehörte es noch Eon. © dpa
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„Ganz unterschiedlich haben offenbar die Waltroper Landwirte auf das Angebot von Eon reagiert, ihnen Land abzukaufen, um darauf Bäume und Hecken als Sichtschutz zum Kraftwerk anzulegen.“ Das berichteten wir am 10.12.2012 (der 9. war ein Sonntag, es gab keine Zeitung).

„Mehr als 60 Prozent unserer Landwirte bewirtschaften nicht ihre eigene Fläche, sondern sind Pächter“, sagte der Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Wolfgang König, damals. Mancher Landeigentümer, der weitab von der bewirtschafteten Fläche wohne, finde das Eon-Angebot möglicherweise attraktiv, während die Landwirte, die ihre eigene Fläche bestellen, die Sache offenbar großteils kritisch sahen und nicht verkaufen wollten.

Eon hat keinen Druck ausgeübt

„Wir als Verband haben dazu auch eine kritische Haltung“, sagte König. Insbesondere geht es darum, dass für eine Sichtschutz-Maßnahme, deren Sinn vielen zweifelhaft erscheint, landwirtschaftliche Fläche in Anspruch genommen wird. Der Kreisverband habe mit Eon eine Grundsatzvereinbarung über „Spielregeln“ getroffen, sagte König. Ob man verkaufen wolle oder nicht, sei aber jedem Flächeneigentümer selbst überlassen. König trat Gerüchten entgegen, Eon schicke in großem Stil Vertragsentwürfe auch an Landwirte, die kein Interesse an einem Verkauf geäußert hätten, und setze sie so unter Druck.