Feuerwehr- und Polizeieinsatz

Vorfall am Kanal: Diebesbeute im versenkten Transporter

Für viel Furore hat der Vorfall am Datteln-Hamm-Kanal und auf einem Waltroper Milchhof am Wochenende gesorgt. Jetzt teilt die Polizei weitere Einzelheiten mit – und es geht auch um Diebstahl.
Ein Taucher suchte das Gebiet rund um das Fahrzeug im Hafenbecken ab: Zu befürchten war, dass sich noch Personen im Wasser befinden. © Feuerwehr Dortmund

Die Polizei hat neue Einzelheiten zum Fall des Transporters veröffentlicht, der am Sonntag im Hafenbecken des Datteln-Hamm-Kanals nahe der Borker Straße aufgefunden worden war. Das Fahrzeug – ein Kühltransporter – sei kurz zuvor von einem Hof an der Friedhofstraße gestohlen worden. Ein Zeuge habe gegen 4 Uhr gesehen, wie ein unbekannter Fahrer mit dem Fahrzeug auf dem Hof rangierte. Dann fuhr der Mann in unbekannte Richtung davon, so die Polizei weiter. Auch eine Täterbeschreibung gibt es: Der Mann wird als jung beschrieben, trug eine weiße FFP-2-Maske und ein rotes Oberteil – vermutlich ein Kapuzenpullover.

Gegen 5 Uhr am Sonntag (26.9.) hatte die Feuerwehr die Polizei informiert: Das vom Hof an der Friedhofstraße gestohlene Fahrzeug fand sich im Kanal nahe der Borker Straße wieder. Den aus dem Kanal geborgenen Transporter stellte die Polizei zur Beweissicherung sicher. Hinweise, dass Betriebsstoffe ausgetreten sind und im Kanalwasser gelandet sind, hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht ergeben, so die Polizei weiter.

Im sozialen Netzwerk Facebook hat der Milchhof Billmann derweil seinerseits über das Geschehen am Wochenende berichtet. Das sei ein Sonntag gewesen, „den wir so schnell nicht vergessen werden“, heißt es da. In den Kommentaren äußern die Facebook-Nutzer Fassungslosigkeit, sie drücken ihr Mitgefühl gegenüber dem Milchhof aus – und ihre Hoffnung, dass der oder die Täter bald gefasst werden.

Kleingeld und Milchflaschen gestohlen

Denn da ist auch noch dies: Von dem Milchhof an der Friedhofstraße sind, das teilt die Polizei weiterhin mit, mehrere Flaschen Milch, eine unbestimmte Menge Eis und Kleingeld aus einer verschlossenen Schatulle gestohlen worden. „Die Tatzeit war am Sonntagmorgen, kurz vor 4 Uhr“, notiert die Polizei. Die Täter seien dann mit dem Auslieferungsfahrzeug vom Hof geflohen – ebenjenes Fahrzeug fand sich später im Hafenbecken an der Borker Straße.

Überörtliche Hilfe leistete bei dem Einsatz die Feuerwehr Dortmund, die ihre Spezialeinheit „Wasserrettung“ und zur Bergung einen Feuerwehrkran zum Kanal schickte. Waltrops Feuerwehrsprecher Jochen Möcklinghoff erklärt, darüber hinaus sei in der Nacht parallel die Taucherstaffel der Feuerwehr Dorsten angefordert worden. Man wisse nie, welche Kräfte gerade verfügbar seien und eher am Ort des Geschehens sein könnten, sagte Möcklinghoff weiter.

Erhebliche Unruhe

Die Dorstener brauchten letzten Endes nicht bis nach Waltrop zu fahren, weil die Dortmunder Feuerwehrleute schneller zum Kanal kommen konnten. Aber mit dem nächtlichen Einsatz war erhebliche Unruhe verbunden. Jochen Möcklinghoff sagte, insgesamt hätten sich sicher 50 Einsatzkräfte vor Ort befunden. Auf Nachfrage unserer Redaktion macht er deutlich, was die Alarmierung mit sich brachte: Ein Löschzug der Freiwilligen wurde gerufen, außerdem hatten sich am frühen Morgen die hauptamtlichen Feuerwehrleute auf den Weg gemacht. Plus ein Rettungswagen sowie der Notarzt. Später wurde bekanntlich noch ein Hubschrauber herbeigerufen, der die Umgebung mit der Wärmebildkamera absuchte – die ganze Maschinerie setzte sich in Gang. Denn das war die große Sorge: Zu befürchten stand, dass sich in dem Wagen noch eine oder mehrere Personen befunden haben könnten. Hinterher, so Jochen Möcklinghoff, wisse man es natürlich besser, aber zunächst einmal sei das immer eine Situation mit viel „könnte, könnte, könnte“: Es könnte sich auch um einen Unfall gehandelt haben, es könnten sich noch Personen im Fahrzeug oder es könnten anderswie Menschen in Lebensgefahr sein.

Info

Zeugen gesucht

Wer Hinweise geben kann und möglicherweise am frühen Sonntagmorgen (26.9.) etwas beobachtet hat, meldet sich unter der kostenlosen Rufnummer 0800/2361-111.

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