Waltrop vor zehn Jahren Heiße Diskussion um Städtepartnerschaft mit Görele/Türkei

Redakteurin
Ein Schild weist auf Waltrops Partnerstädte hin.
Heute ist Görele im Kreis der Waltroper Partnerstädte angekommen – auch wenn die Partnerschaft zurzeit wenig aktiv ist. © Tamina Forytta
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Dass das Thema Städtepartnerschaft für manche Politiker ein schwieriges ist, darüber berichtete unsere Zeitung in der Ausgabe vom 1. Dezember 2012. Denn vor zehn Jahren stand die Entscheidung darüber an, ob es eine Städtepartnerschaft mit Görele in der Türkei geben sollte. Diesen Antrag hatte die SPD auf die Tagesordnung gehoben. Allerdings war das damals nicht unumstritten. Dr. Jens Jordan (FDP) erklärte rundheraus: „Ich stimme dieser Städtepartnerschaft nicht zu.“

Jordan betont politische Dimension

Jordan betonte die politische Dimension einer solchen Partnerschaft – und nannte Gründe, die seiner Meinung nach gegen eine Städtepartnerschaft mit der türkischen Stadt sprechen. So werde in der Türkei überlegt, die Todesstrafe einzuführen. „Und die Frau des Staatspräsidenten trägt in der Öffentlichkeit demonstrativ ein Kopftuch“, so Jordan, trotz Trennung von Staat und Religion. Zu guter Letzt störte Jordan auch der Umgang der Türkei mit dem Thema Ehrenmord. „Solange das so ist, kann ich diesem Vertrag nicht zustimmen.“

Dominik Schad, damals noch Fraktionsvorsitzender der Waltroper SPD, bedauerte die Position: „Wir könnten hiermit ein Zeichen setzen, auch in Richtung unserer türkischen Mitbürger.“ Für die CDU kündigte Walter Kranefoer an, dass sich seine Fraktion enthalte: „Man kann sich fragen, wie sinnvoll eine Partnerschaft mit einem Nicht-EU-Mitgliedsland ist.“

Am Ende stimmte die Mehrheit des Rates für die Städtepartnerschaft – bei einer Gegenstimme und 13 Enthaltungen.