Analyse für EF-Schüler

Wo liegt mein Potenzial? Ein Test soll Aufschluss geben

Wer sich für die Fächer Physik und Mathe als Leistungskurse entscheidet, dessen beruflicher Weg scheint vorgezeichnet zu sein. Jan Lehmann hat dennoch bei der Potenzialanalyse mitgemacht.
Im eigenen 3-D-Drucker stellt Jan Lehmann auch Teile für seine Modellflugzeuge her. © Christine Horn

Ganz genau wisse er nicht, wie es nach dem Abitur 2023 weitergehe, erzählt der 16-Jährige, der die EF-Stufe des Theodor-Heuss-Gymnasiums besucht. Daher nahm er an der Potenzialanalyse des Thimm-Instituts teil, die digital durchgeführt wurde. Es sei ein anstrengender, vierstündiger Test gewesen, erzählt Jan Lehmann. Sein ungefähres Berufsziel hat er natürlich im Kopf: „Das wäre ein Studium in Maschinenbau und Robotik.“ Dies teilte er den Fachleuten des Instituts nicht mit. „Es geht ja darum, dass sie eine Empfehlung aufgrund der Testauswertung aussprechen“, erläutert der EF-Schüler.

Zunächst galt es, eine Selbsteinschätzung in mehreren Bereichen abzugeben. Es folgte die Abfrage von vielerlei Wissensgebiete sowie mehrere Organisationsübungen. Eine Aufgabenstellung lautete: Man solle sich vorstellen, ein sehr engagierter Schüler zu sein, der eine halbe Stunde vor dem Start in den Urlaub sein volles E-Mail-Postfach sichten und entscheiden solle, wie er mit den Nachrichten umgeht. „Ich habe mir gedacht, dass ich über die halbe Stunde hinaus im Zug, in dem es W-LAN gibt, die Mails weiter abarbeiten könnte. Ob es das ist, was die hören wollten, weiß ich nicht“, sagt der 16-Jährige selbstbewusst.

Er gibt dennoch zu: „Danach war ich fix und fertig.“ Zumal er am Tag zuvor die zweite Corona-Impfung erhalten hatte.

„Das Ergebnis hat uns nicht überrascht“

Vor dem halbstündigen Abschlussgespräch erhielt die Familie eine 15-seitige Auswertung des Tests. „Das Ergebnis überrascht uns nicht“, erzählt Mutter Sonja. Dass ihr Sohn Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-affin ist, kristallisierte sich schon früh hinaus. „In der Grundschule sagte er, dass er zu NASA wolle“, sagt Sonja Lehmann. Jan nickt: „Aber ich entwickle die Sonde, werde kein Raumfahrer“, sagt er und lacht.

Ein Blick in sein „Bastel“-Zimmer lässt keine Zweifel an seiner Leidenschaft aufkommen: Es ist die Modellfliegerei. Das Besondere: Er hat einen eigenen 3-D-Drucker und baut darin viele Teile selbst. „Hierfür geht fast mein ganzes Taschengeld drauf“, erzählt der 16-Jährige schmunzelnd. Und auch für Alltägliches nutzt Jan Lehmann diese Technik. So hilft er, wenn ein Abflussgitter der Nachbarin kaputt geht oder wenn die Hahnfigur, die vor dem Haus der Familie steht, den Kamm verliert.

Die Auswertung des Tests ergab für den Waltroper die Vorschläge „Internationale Betriebswirtschaftslehre“, „Naturwissenschaftlicher Bereich Richtung Biochemie“ sowie „Wirtschaftsingenieurwesen“. „Über den letzten Punkt habe ich mir noch nie Gedanken gemacht“, erzählt der Top-Schüler, dessen Notendurchschnitt im vergangenen Quartal bei 1,1 lag. Das will er nun in Ruhe tun. „Auch wenn ich nicht viel schlauer geworden bin durch den Test, bin ich froh, mitgemacht zu haben. Ich möchte in Sachen Studium- und Berufsorientierung alles mitnehmen, was ich kriegen kann.“

Die Testauswertung für Emma Diekhans ergab ein kombiniertes Studium aus Anglistik und Journalismus. © Privat © Privat

Das Angebot, an der Potenzialanalyse teilzunehmen, nahm auch Emma Diekhans in Anspruch: „Vor dem Test wollte ich etwas in Richtung Sprachen/Journalismus machen“, erzählt die EF-Schülerin. Sie erinnert sich gut an den Donnerstag vergangener Woche, als der vierstündige digitale Test anstand. „Es war sehr heiß, dennoch wichtig, so lange konzentriert zu bleiben“, erzählt sie. Auch sie habe sich am Ende des Tests bei der Situation kurz vor dem Urlaub zeitlich unter Druck gefühlt. „Aber ich habe mir eine Tabelle gemacht und die Mails dann nach Priorität abgearbeitet.“

Ihre drei Vorschläge, die das Institut Familie Diekhans zusandte, waren: „Anglistik“, „Öffentlicher Dienst“ und „BWL“. „Ich glaube, dass der öffentliche Dienst eher uninteressant ist“, sagt Emma. Ihre Familie fand die Erläuterungen in dem Gespräch sehr hilfreich. „Man sagte mir, dass Medienkommunikation, oder auch eine Kombination aus Journalistik und Anglistik passen würden. Das könnte ich mir vorstellen“, erzählt die Schülerin. Letztlich fand sie den Test „ganz gut. Bislang habe ich mich mit dem Thema weniger beschäftigt, weil es noch so weit weg ist. Ich finde es gut, dass die Schule uns diese Analyse vorgestellt hat.“ Welche Leistungskurse sie wählt? Es liegt eigentlich auf der Hand: Deutsch und Englisch.

Rund 30 Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase (EF) nahmen am THG an der Potenzialanalyse des „Thimm – Instititut für Bildungs- und Karriereberatung“ teil. Nach einem vierstündigen Test erhielten die Familien eine 15-seitige Auswertung, ehe dann ein halbstündiges Gespräch folgte. Durch das Sponsoring der Sparkasse und des Fördervereins bezahlten die Eltern 50 Euro für diesen Test. Ziel ist es, die angehenden Abiturienten (2023) zielsicher durch die Informationsflut von (dualen) Studiengängen und Ausbildungsmöglichkeiten zu führen.

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