Am Kirchplatz

Zweiter Christopher Street Day in Waltrop

Am Kirchplatz wird es am Samstag (10.7.) bunt: Zum zweiten Mal findet dort der Waltroper Christopher Street Day statt, eine Aktion rund um die vielen verschiedenen Formen von Sexualität.
Bunte Fahnen werden am kommenden Samstag (10. Juli) beim zweiten CSD in Waltrop wehen. © Privat

Ganz so laut, bunt und schrill wie man es vom Christopher Street Day (CSD) in Berlin kennt, wird es in Waltrop wohl nicht zugehen. Der CSD ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen und wird in der Hauptstadt üblicherweise jedes Jahr mit einem der größten Straßenumzüge Europas begangen.

Ungezwungen ins Gespräch kommen

Nun ist Corona und Waltrop nicht Berlin – also fällt das Pendant dieses Aktionstages in unserer Stadt ein paar Nummern kleiner aus, ähnlich wie die Premiere des CSD am Kirchplatz im vergangenen Jahr. Bei Getränken und Musik soll es dort in lockerer Atmosphäre – und mit Abstand – die Möglichkeit geben, sich über die vielen verschiedenen Formen von Sexualität zu informieren. Passend dazu lautet das Motto des diesjährigen Waltroper CSD: „LGBTQIA+ friendly Zone“. Die Abkürzung LGBTQIA+ stammt aus dem Englischen und steht als Kürzel für die Sexualitäten Lesbian (Deutsch: Lesbisch), Gay (Deutsch: Schwul), Bisexual (Deutsch: Bisexuell), Transgender, Queer, Intersexuell, Asexuell). Das Plus-Zeichen steht für alles andere.

Viele Formen der Sexualität sind wenig bekannt

Viele Formen von Sexualität seien wenig bekannt, erklärt CSD-Organisator Marc-Peter Selzer. Zum Beispiel Pansexualität, bei der sich Menschen

emotional, romantisch und sexuell zu Menschen jeden Geschlechts hingezogen fühlen können. Deshalb wird es, wie auch bei der CSD-Premiere 2020, wieder Infotafeln zu den Sexualitätsformen geben. Die seien, wie die Veranstaltung insgesamt, gut angekommen worden. „Viele Bürger sind auch nur mal kurz vorbeigekommen, um sich zu informieren“, berichtet Selzer, der selbst mit einem Mann zusammenlebt.

Regenbogenflaggen-Diskussion bei der EM

Der Zusatz „friendly zone“ im Veranstaltungstitel spielt übrigens auf die aktuelle Situation in Polen an. Ein Drittel des Landes hat sich zur „LGBT-freien Zone“ erklärt. In Waltrop soll also die „friendly zone“ genau das Gegenteil ausdrücken – nämlich dass alle Formen von Liebe willkommen sind.

Die aktuelle Diskussion, die im Zuge der Europameisterschaft rund um die Regenbogenflagge geführt wurde, hat Marc-Peter Selzer natürlich verfolgt. Die UEFA hatte es untersagt, das Stadion in München beim EM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Ungarn zum Zeichen der Solidarität mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in Regenbogenfarben zu beleuchten. Daraufhin leuchteten die bunten Flaggen an viele Stellen auf – und setzten ein umso stärkeres Zeichen. Obwohl er kein Fußball-Fan ist und die Europameisterschaft darüber hinaus nicht verfolgt hat: „Dieses Spiel habe ich mir dann angesehen“, sagt Selzer. Seiner Meinung nach seien die bunten Flaggen, die überall gehisst wurden zwar ein starkes Signal. Dennoch sei es für die Menschen die in Ungarn und Polen leben „traurig, dass sie sich nicht frei ausleben können“, findet er.

Für alle Menschen in Waltrop

Der Waltroper CSD wurde im vergangenen Jahr gegründet, um für alle Menschen in Waltrop da zu sein, schreiben Selzer und seine beiden Mitorganisatoren auf ihrer Homepage. „Nicht in jedem Haushalt wird man akzeptiert, wenn man anders liebt als die eigenen Angehörigen. Deswegen haben wir uns 2020 in Waltrop gegründet.“ Sie wollen zudem Anlaufstelle bei Problemen sein und einfach ein offenes Ohr haben. Im nächsten Jahr wünscht sich Selzer einen noch größeren CSD in Waltrop, am liebsten auf dem Marktplatz, mit großer Bühne und Programm. Denn: Auch wenn es in Waltrop vielleicht nicht so präsent ist, wie in Großstädten, gebe es viele schwule, lesbische oder bisexuelle Bürger in unserer Stadt. Und auch eine sehr große Akzeptanz. Das habe zum Beispiel die große Resonanz zum Tag gegen Homophobie im Mai gezeigt. Als Zeichen der Solidarität wehte dabei die Regenbogenflagge am Rathaus – zahlreiche lokale Akteure und Privathaushalte schlossen sich an und trugen ebenfalls „bunt“.

Das sind die wichtigsten Daten

Christopher Street Day, Samstag, 10. Juli, ab 14 Uhr, Kirchplatz, alle Interessierten sind eingeladen.

Das Waltroper CSD-Team würde gerne weiter wachsen und freut sich über Verstärkung. Kontaktaufnahme ist beim CSD oder über csd-waltrop.jimdofree.com möglich.

Der Abend in Waltrop

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